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Erinnerung an Klein-St.Gallen

Von «Gross-St.Gallen» spricht heute niemand mehr. Vor 100 Jahren war das anders: Damals fusionierte die Stadt mit den Nachbargemeinden Straubenzell und Tablat. Ein Buch feiert das Jubiläum.
Von  Peter Surber
Zürcherstrasse mit dem ehemaligen Gemeindehaus von Straubenzell, 1931 (Bild: Foto Gross)

Wo einst die Stadt aufhörte und Straubenzell und Tablat anfingen, weiss heute vermutlich kein Mensch mehr. Die Grenzen (im Osten zum Beispiel beim Kantonsspital, im Westen im Vonwil) sind unsichtbar geworden, St.Gallen wirkt als «natürliche» Einheit. Dabei hat der Prozess der Fusion fast zwei Jahrzehnte gedauert.

Grüne Stadtmitte: St.Leonhard um 1850. (Bild: Historisches und Völkerkundemuseum)

Reiche Stadt, arme Nachbarn

Der erste Anstoss kommt im Jahr 1900 zuerst von Straubenzell und dann von Tablat, wie das Buch «1918 – 2018» nachzeichnet. Grund ist das wirtschaftliche Gefälle – zwar sind die Aussengemeinden wie die Stadt während des Stickereibooms stark gewachsen, doch wohnen in Straubenzell und Tablat meist ärmere Leute. Neue Strassen, neue Schulhäuser, Kanalisation, öffentliche Beleuchtung und andere Investitionen können sich die beiden Gemeinden allein nicht mehr leisten.

Der Stadt ihrerseits fehlt es an Platz für neue Anlagen. So entsteht ein neuer Friedhof im Feldli, eine Kläranlage wird auf Tablater Boden geplant – und die Kritik der Aussengemeinden lässt nicht auf sich warten: Die Stadt besitze die schönsten Flecken und überlasse «den Straubenzellern die Toten, den Tablatern die Fäkalien».

St.Fiden und Grossacker vor der Stadtverschmelzung, 1900-1910 (Bild: Stadtarchiv)

Hindernisse sind einerseits juristischer Art, andrerseits geht es um Machtfragen, etwa um die bis dahin unabhängigen Schulgemeinden, um die Ängste des städtischen Freisinns, an Einfluss einzubüssen, oder die Befürchtung der Tablater, ihre katholischen Schulen «an die Freimauerei und den Sozialismus» zu verlieren, wie es in zeitgenössischen Medienberichten heisst. Den Wittenbachern, die spät auch noch auf den Fusionszug aufspringen wollen, zeigt die Stadt die kalte Schulter.

1918 sind die Hindernisse beseitigt, auf den 1. Juli tritt die Fusion in Kraft. Zu den 37’869 Einwohnern der Stadt (Volkszählung 1910) kommen mit der Fusion auf einen Schlag 15’305 (von Straubenzell) und 22’308 (von Tablat) hinzu, das Stadtgebiet vergrössert sich um das Zehnfache, und St.Gallen wird nach Zürich, Basel, Genf und Bern zur fünftgrössten Schweizer Stadt.

Sprungschanze, Drogenszene…

Grund genug für ein Buch zum Doppeljubiläum 100 Jahre Stadtverschmelzung und 100 Jahre Stadtparlament. Herausgeber ist im Auftrag der Stadt der Leiter des Stadtarchivs, Marcel Mayer. Weitere Texte verfassten Gitta Hassler vom Stadtarchiv, Dorothee Guggenheimer und Thomas Ryser vom Archiv der Ortsbürgergemeinde, die Historikerinnen Nicole Stephan und Mirjam Mayer und Stadtschreiber Manfred Linke.

Sprungschanze im Riethüsli, um 1950 (Bild: Ski Club Riethüsli)

Umfassend wird die Fusion samt ihrer Vorgeschichte bis zurück zur mittelalterlichen Stadtrepublik dargestellt. Ebenso ausführlich kommt im zweiten Teil die Entwicklung des Stadtparlaments zur Sprache, samt einigen kontroversen Themen, von der Arbeitslosenversicherungskasse über Radioaktivität im Trinkwasser bis zum Polizeireglement.

Marcel  Mayer (Hrsg): 1918-2018. Vereinigte Stadt – getrennte Gewalten, VGS St.Gallen 2018, Fr. 29.-

vgs-sg.ch

Die Folgen der Fusion für die Stadtentwicklung sind dagegen wenig thematisiert beziehungsweise in den assoziativen Bildteil ausgelagert. Eine Bildstrecke zeigt die Stadtveränderung in Etappen: Bahnhofbau, Rathaus-Neubau, Verschwundenes wie das einstige Ausflugsrestaurant auf dem Freudenberg, die Sprungschanze im Riethüsli, die Radrennbahn im Krontal. Oder die Rondelle auf dem Brühltor für den Verkehrspolizisten, der für Ordnung zwischen Fussgängern, Trams und Velos zu sorgen hatte, wie ein Bild von 1949 zeigt.

Kreuzung Brühltor während der Olma, 1949 (Bild: Stadtarchiv)

Hinzu kommen Stadtereignisse – der kurzzeitige Linienflugbetrieb vom Breitfeld aus, Demos gegen die Luftverschmutzung oder für das Volkshaus, die Pionierzeit des Openairs, Jugendhaus-Eröffnung und Theaterschliessung, die erste Parlamentssitzung mit Gemeinderätinnen 1973, Pic-o-Pello-Theater und Kinderfest, Drogenszene im Stadtpark, Solidaritätshaus, der Brandanschlag auf das Rathaus 1999 und zuletzt: die binäre Bahnhofsuhr.

Die Stadt war vor 100 Jahren eine sehr andere als heute – ohne Frauen in öffentlichen Ämtern, ohne Autos, mit gewaltigen Grünflächen und (aber vielleicht ist das bloss eine nostalgische Täuschung) einer fast dörflichen Beschaulichkeit. Klein-St.Gallen.

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

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Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

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Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

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Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

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Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

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Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

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Von  David Gadze
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Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

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Senf