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«Solange es Grenzen gibt, gibt es keine Menschenrechte»

Am Freitag startet die vierte Nachtasyl-Veranstaltungsreihe für eine fortschrittliche Migrationspolitik. Dieses Jahr mit etwas weniger Anlässen, dafür mit eindeutigem Fokus. Das übergreifende Thema: Menschenrechte.
Von  Corinne Riedener , 
Nachtasyl-Motto 2016: «Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.» Bertolt Brecht hat das gesagt. (Bild: Hinrich Schultze)

«Man kann fast in allen Artikeln über Regeln lesen, die Regeln gelten aber nicht für alle. Die Artikel sind für die Leute auf der Welt, die Geld haben. Und an einem sicheren Ort leben. Leute haben schöne Worte geschrieben, sie dann aber wieder gebrochen. Politiker brechen die Regeln, die sie selber aufgestellt haben. Solange es Grenzen gibt, gibt es keine Menschenrechte. Solange es Waffen gibt, gibt es keine Menschenrechte. Solange die Reichen von den armen Menschen Kraft, Zeit, Gesundheit, Arbeit und Wissen stehlen, solange es Ausbeutung gibt und Imperialismus stattfindet, gibt es keine Menschenrechte.»

Das ist die Antwort einer geflüchteten Person auf die Frage, was die Menschenrechte für sie bedeuten, nachzulesen auf der Rückseite des diesjährigen Nachtasylplakats.

2017: Weniger ist mehr

Menschenrechte. Was bringen sie? Wem nützen sie? Welche Potenziale haben sie? Und wie geht die Schweiz mit ihnen um. Das sind die zentralen Fragen der mittlerweile vierten Nachtasyl-Veranstaltungsreihe, die diesen Freitag im Palace startet und am 21. Oktober im Schwarzen Engel endet.

Letztes Jahr, als sich das Nachtasyl dem ergiebigen Thema Widerstand widmete, bestand die Reihe aus insgesamt zwölf Veranstaltungen. Dieses Jahr sind es nur noch sechs.

«Wenn man will, dass die Leute mehrmals kommen, kann man nicht jeden zweiten Abend eine Veranstaltung anberaumen, das ist zu viel», erklärt Alice Weniger vom Nachtasyl-Kollektiv. «Also haben wir dieses Jahr weniger Anlässe geplant, sie dafür aber mit einem klareren Fokus versehen. Und alles möglichst so geplant, dass sich das Thema Menschenrechte wie ein roter Faden durch jede Veranstaltung zieht.»

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Dem Kollektiv geht es nicht darum, die Menschenrechte abzufeiern oder sie zu verklären, wie manche vielleicht denken. «Wir wollen die Vielschichtigkeit und Chancen der Menschenrechte beleuchten, aber auch deren Widersprüche thematisieren», sagt Alice Weniger. «Zum Beispiel den Fakt, dass wir in Europa automatisch davon ausgehen, dass die Menschenrechte alle Menschen schützen – was aber in keinster Weise der Fall ist, sondern nur eine Illusion, auf der wir uns gerne ausruhen. Europäerinnen und Europäer geniessen umfassende Bürgerrechte und fast weltweite Bewegungsfreiheit, während die Rechte von Geflüchteten ständig beschnitten und in Frage gestellt werden. Unter anderem deshalb haben wir dieses Jahr auch versucht, die Geflüchteten noch stärker miteinzubeziehen.»

Nachtasyl 2017:
6. bis 21. Oktober, verschiedene Orte in St.Gallen

So gesehen sind Anfang und Ende der diesjährigen Nachtasyl-Reihe auch ein Statement: Den Soundtrack der Disco Diaspora am Freitag liefern junge Leute, die aus Eritrea geflüchtet sind. Die Mitglieder den Nachtasyl-Kollektivs trifft man im Palace also vor allem feiernd und tanzend an. Ähnliches gilt für das Schlussfest im Schwarzen Engel, das in Zusammenarbeit mit Leuten aus dem Solihaus entstanden ist.

Bewegungsfreiheit, Morddrohungen und Landesrecht

Nicht zu vergessen: Menschenrechte sind immer auch Frauenrechte. Um diese geht es am zweiten Nachtasyl-Abend im Kinok. The Poetess handelt von Hissa Hilal, der ersten Frau in Saudi-Arabien, die sich im Fernsehen kritisch zu den dort herrschenden Verhältnissen äussert und für ihre Gedichte Morddrohungen kassiert.

 

Der dritte Abend steht im Zeichen der Bewegungsfreiheit. Tülay Korkmaz erklärt, was Bewegungsfreiheit für Eingewanderte in der Schweiz konkret bedeutet, danach stellt Andreas Cassee sein Plädoyer für globale Bewegungsfreiheit bzw. offene Grenzen vor. Dabei geht es auch um die Frage, ob Staaten aus moralischer Sicht dazu berechtigt sind, Zuwanderung aufgrund der Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu beschränken. Dazu passt der vierte Nachtasyl-Abend: SP-Vizepräsidentin Barbara Gysi und Julia Meier von der Operation Libero diskutieren in der Grabenhalle über die jüngste SVP-Initiative «Landesrecht vor Völkerrecht».

In der Woche darauf schliesslich steht ein «kritischer Durchgang zur Idee und zum Inhalt des Menschenrechts» auf dem Programm. Im Cabi-Antirassismustreff wird darüber diskutiert, was hinter der Konstruktion der sogenannten Menschenrechte steht und welche Erfolge sie zu verbuchen haben. Zudem geht es um die Frage, was die Menschenrechte im Bezug auf Migration und Bleiberecht leisten (können).

Wie immer gilt: Halt auf eigenes Verlangen, es hat noch Plätze frei und kein Mensch ist illegal. Der Soli-Button ist an jeder Station erhältlich und kostet 15 Franken.

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FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

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Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

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Von Philipp Bürkler,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

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Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

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Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

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Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover