Obertongesang ist immer noch eine geheimnisumwitterte Kunst. Die Physik sagt, dass ein Ton nicht einfach ein Ton ist, sondern seine Qualität und Lebendigkeit erst dank den mitschwingenden Ober- und Untertönen erhält. Deren Reihe lässt sich am einfachsten durch unterschiedliche Teilungen einer Saite erleben und aufschlüsseln. Ein besonders «auffälliger» Oberton, das schief tönende Alphorn-Fa, ist aus der Naturmusik geläufig. Aber um die Töne im eigenen Körperinstrument, mit der eigenen Stimme zu entwickeln, braucht es mehr als Physik. Es braucht vor allem Übung.
Tibetische Mönche üben lebenslang an ihrem archaischen Obertongesang. In den Kursen von Christian Zehnder und Marcello Wick dauert der Lernprozess etwas weniger lang – süchtig kann er aber auch machen. Jetzt treten die beiden Profis mit einem Chor an die Öffentlichkeit.
Der Chor Partial sucht in vergessenen Rufen zwischen Tradition und Experiment neue Wege, um mit Obergesang klangliche Vielfalt im Chorgesang zu schaffen.
Er heisst Partial und besteht aus gut 20 Frauen und Männern aus allen Ecken der Schweiz, die sich in Obertonkursen gefunden haben – meist Laien, aber vom Obertongesang faszinierte «Freaks», wie Marcello Wick sagt. Das Konzert handelt laut Titel Von Klanghöhen und Berglauten. Es umfasst Eigenkompositionen von Zehnder und Wick, zur Hauptsache durchkomponiert, teils mit improvisatorischen Elementen sowie Bearbeitungen, etwa einem Stück von Johannes Brahms oder einem schwedischen Volkslied. Das Programm bewege sich bewusst zwischen der Obertonwelt und dem «normalen» Tonsystem, sagt Marcello Wick.
Partial: 25. November, 20 Uhr, Kirche St.Mangen St.Gallen partial.ch
Naturstimmen on tour: 18. November, 20 Uhr, Tonhalle St.Gallen klangwelt.ch/naturstimmen
Und es knüpfe, wie der Konzerttitel antönt, eher an alpine Musikpraktiken, an Jodel und Naturtongesang an als an esoterische Traditionen, in denen der Obertongesang auch eine Rolle spielt. Spirituell in einem weiten Sinn sei der Obertongesang jedoch durchaus, sagt Wick – wie im Grunde jedes Singen. Marcello Wick kennt man von experimentellen Konzerten im Quartett Stimmsaiten. Und in der Hamlet-Inszenierung am Theater St.Gallen erklang sein Ober- und Untertongesang solo als Live-Soundtrack. Jetzt wird daraus ein ganzer Chor; 2016 für das Naturstimmen-Festival im Toggenburg entstanden, gibt Partial im November in St.Gallen sein erstes Konzert.
Bereits eine Woche vorher ist das Naturstimmen-Festival seinerseits «on tour»: Das Trio Han Vivi aus Benin, der Schweizer Jugendchor jutz.ch sowie der Toggenburger Jodler Christian Metzler bieten in der Tonhalle St.Gallen einen Vorgeschmack auf das Festival 2018.
Dieser Text erschien im Novemberheft von Saiten.
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Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
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Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
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Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
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Jubiläum
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Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
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Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
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Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.