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Von Rorschach nach Klagenfurt

Die Rorschacher Autorin Anna Stern, Jahrgang 1990, ist als eine von zwei Schweizerinnen an das Wettlesen von Klagenfurt eingeladen. Sie erhält zudem einen Werkbeitrag des Kantons.
Von  Peter Surber

Denn du bist wild wie die Wellen des Meeres: So ist das neue Romanprojekt von Anna Stern (mit bürgerlichem Namen Anna Bischofberger) betitelt. Einen Ausschnitt daraus wird man Anfang Juli in Klagenfurt zu hören bekommen. Der Text, der 2019 im Salis Verlag erscheinen soll, hat die Jurorin Hildegard Elisabeth Keller überzeugt – sie hat Anna Stern zur Teilnahme eingeladen, neben einer zweiten jungen Schweizer Autorin, Martina Clavadetscher aus der Innerschweiz.

Anna Stern. (Bild: Gianni Bombèn)

Die Konkurrenz sind 12 weitere Autorinnen und Autoren, neun aus Deutschland, eine aus Österreich, ausserdem Özlem Özgül Dündar, in Solingen aufgewachsene Türkin, und Tanja Maljartschuk, die 2011 aus der Ukraine nach Wien gekommen ist und seit 2014 in deutscher Sprache schreibt.

Vor laufenden Kameras

In der Mehrzahl wenig bekannte, zu entdeckende Namen: Das ist ein Markenzeichen des Klagenfurter Wettbewerbs. Um die fünf Preise, darunter den zum 42. Mal vergebenen Ingeborg-Bachmann-Preis, wird traditionellerweise vor laufenden Kameras gelesen. Über das umstrittene Format des «Wettlesens» hat sich Jurorin Hildegard Elisabeth Keller vor einem Jahren aus Anlass des Literaturfestivals Wortlaut in Saiten pointiert positiv geäussert: «Literatur ins Leben zu bringen: Damit das erfolgreich ist, muss man die Arme weit öffnen. Das Festival Wortlaut vertritt einen weiten Literaturbegriff. Und es ist damit nicht allein. Klagenfurt etwa ist offener geworden, more inclusive, wie es in Amerika hiesse», sagte sie.

42. Tage der deutschsprachigen Literatur: 4. bis 8. Juli 2018, Klagenfurt

bachmannpreis.orf.at

Events statt «stille Literatur»? Keller sieht das Ganze entspannt: «Werden junge Autoren auf die Bühne gezerrt, nur weil sie hübsch sind? Wird Zweitrangiges aufgemotzt? Sind es Texte, die nichts wären ohne die Performance und den Apéro? Da gibt es sicher Auswüchse, aber die gab es immer. Und was literarisch nicht standhält, was nicht empfunden ist, was keine Kraft hat und nur Pose ist, das geht wieder unter.»

Produktive Autorin

Anna Stern, geboren 1990 in Rorschach, wohnhaft in Zürich, Doktorandin am Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich, ist 2014 mit dem Debütroman Schneestill bekannt geworden. 2016 erschien die Kriminalgeschichte Der Gutachter, 2017 folgte der Erzählband Beim Auftauchen der Himmel bei lectorbooks. Vor einem Jahr hat Anna Stern für das Saitenheft über Rorschach die Erzählung S’isch Rorschach geschrieben.

Werkbeiträge des Kantons St.Gallen, Verleihung: Montag, 18. Juni, Pfalzkeller

Überzeugt hat der geplante Roman Denn du bist wild wie die Wellen des Meeres auch die Jury der kantonalen Werkbeiträge: Anna Stern erhält vom Kanton St.Gallen eine von insgesamt 16 Auszeichnungen. In der Literatursparte gehört neben ihr Christoph Keller mit dem Romanprojekt Osten zu den Auserwählten. Die weiteren Preisträger sind:

Angewandte Kunst/Design: Gaffa (Dario Forlin, Wanja Harb, Linus Lutz, Lucian Kunz), St.Gallen; Andreas Bechtiger, St.Gallen; Christa Bösch/Ottolinger, Stein SG
Bildende Kunst: Regula Engeler, Gais; Georg Gatsas, Schlieren; Ilona Ruegg, Zürich; Urs August Steiner, Zürich
Geschichte und Gedächtnis: Florian Bachmann, Zürich; Marina Widmer, St.Gallen
Musik: Vanessa Engensperger alias Skiba Shapiro, St.Gallen; Stefan Baumann, Teufen
Theater/Tanz: Livia Rita Heim, Nesslau

Einen Aufenthalt in Rom erhält Annina Arter (Zürich, angewandte Kunst/Design), ein Stipendium für Berlin geht an den Musiker Thomas Kuratli (Paris).

 

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

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Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
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Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
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Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
Stadtkultur2