Auf Einladung der SP der Stadt St.Gallen fanden sich am Donnerstag 80 Personen zu einer Informationsveranstaltung und zu einem Kampagnenstart zusammen.
Alfred Steinmann, SP-Stadtparlamentarier in Biel, zog Lehren aus dem 13 Jahre lang dauernden Kampf gegen die Bieler Stadtautobahn. Es brauche ein gemeinschaftliches, überparteiliches Auftreten. Es brauche einen sehr langen Schnauf und viele Informationen samt Demonstrationen. Man müsse aber auch bessere Lösungen aufzeigen, sich politisch einmischen, Wahlempfehlungen abgeben und den formellen juristischen Kampf aufnehmen.
65 Prozent in Biel, 72 in Luzern
In Biel zeigte schliesslich eine repräsentative Umfrage, dass 65 Prozent der Bevölkerung das offizielle Projekt ablehnten. Seit diesem Jahr ist das Bieler Projekt nun gestoppt, doch in den Dialoggruppen gehe es bereits wieder von Neuem los. Schon wieder wollten Bund und Kanton an langfristigen Strassenprojekten arbeiten, statt die akuten Verkehrsprobleme jetzt zu lösen.
In Luzern, so berichtete die aus der Ostschweiz stammende, aber seit Jahren in der Luzerner SP aktive Simone Brunner, ging es um die «Spange Nord», einen Zubringer von der Autobahn ins Stadtzentrum. Die ausgebaute Strasse hätte Hausabbrüche nötig gemacht, den Wohnquartieren massiv mehr Verkehr gebracht, hätte einen Schulhausplatz stark verkleinert und zahlreiche Bäume hätten abgeholzt werden müssen. Das war Sprengkraft genug, um die Opposition ins Rollen zu bringen, auch hier mit viel Öffentlichkeitsarbeit und Demos.
Schliesslich wurde über eine Initiative abgestimmt, die «lebenswerte Wohnquartiere statt eine Stadtautobahn» verlangte. Sie wurde mit 72 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Seither distanziert sich auch die Politik von den Planungen. Allerdings sind noch nicht alle Luzerner Strassenbauprojekte vom Tisch. Eine neue Brücke über die Reuss ist noch umstritten und ob der eigentliche Autobahn-Bypass auch ohne die «Spange Nord» schliesslich gebaut wird, ist offen.
Mobilisierung im fast unbewohnten Quartier schwierig
Dass es auch in St.Gallen ab den 1970er-Jahren Opposition gegen frühere Autobahn- und Strassenprojekte gab, zeigte einleitend der Planer Tobias Widmer am Beispiel des (verlorenen) Kampfes gegen den Splügenanschluss und gegen die (nie gebaute) Südumfahrung. Wie man solche Opposition im Falle des Anschlusses Güterbahnhof wieder aufleben lassen könnte, war die Frage, die am Abend diskutiert wurde.
Die Resultate lehnten sich an die Bieler und Luzerner Erfahrungen an. Allerdings wurde festgestellt, dass eine Quartiermobilisierung gegen den Anschluss Güterbahnhof wohl nicht ganz so einfach wird, denn hier wohnt fast niemand.
Die brutalen Eingriffe für das zusätzliche Tunnel mit seinen Abluftkaminen und den unterirdischen Kreisel aber in Visualisierungen deutlich machen und zum Beispiel vorrechnen wie viele Lastwagenfahrten durch die Stadt ein solches Loch zur Folge hat, war einer der Vorschläge. Und Aufklärung tue not, wurde festgestellt, denn das konkrete Projekt sei noch wenig bekannt. Etwa die Tatsache, dass der Anschluss Güterbahnhof samt Riethüslitunnel die Autobahn nur von und in Richtung Zürich und nicht Richtung St.Margrethen verbinden kann.
Das Resultat des Abends: Eine überparteilich zusammengesetzte Gruppe soll ihre Arbeit aufnehmen und Aufklärung und Aktionen vorbereiten. Auch erste Slogans wurden schon kreiert, etwa «Kein GüTEERanschluss» oder «Autobananschluss jetzt? Autobahn. Schluss jetzt!» oder auch «Liebegg faucht!»
Der Opposition ist klar, dass sie auch in St.Gallen langen Schnauf braucht: Die Projektgenehmigung ist im Moment für 2024 geplant, die Auflage 2028. Und wenn überhaupt je, werden die Autos nicht vor 2040 hier durchfahren können. Darum kommt auch immer wieder die Grundsatzfrage auf: Brauchen wir in 20 Jahren überhaupt noch neue Autobahnen? Und wie lässt sich das mit der Klimapolitik vereinbaren?
Mehr Infos im Internet: Gegner: teilspange.ch Kanton: zubringer-gueterbahnhof.ch
Zuerst Marktplatz, dann Gallusplatz, schliesslich Güterbahnhof: Es geht vorwärts (hoffentlich in die richtige Richtung).
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.