Dieses Jahr wird in St.Gallen gewählt am 8. März, dem internationalen Frauentag, darum wird dieser schon am Vorabend gebührend gefeiert: im Stadtsaal im ersten Stock des Lagerhauses an der Davidstrasse. Bevor aber die Suppe warm ist, der Schampus in Strömen fliesst und die Bootys gwaggeln, wird noch diskutiert und referiert.
Forza Femmina!: 7. März, ab 17 Uhr, Stadtsaal Lagerhaus St.Gallen
Zuvor ab 16 Uhr Kundgebung auf dem Kornhausplatz mit den drei Regierungsratskandidatinnen Laura Bucher, Susanne Hartmann und Rahel Würmli.
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Heuer geht es – passend zur Kantonsrats- und Regierungsratswahl – um die politische Partizipation der Frauen. Unter dem Motto «Forza Femmina: Politik ist Frauen*sache» diskutieren die Politikwissenschaftlerin Sarah Bütikofer, die Grüne Nationalrätin Franziska Ryser und die kantonale Gleichstellungsbeauftragte und fempop-Mitgründerin Rahel Fenini über die Perspektiven der Frauen in der Politik. Danach gehts in den Tanz: Vor der Silentdisco mit RuuDC und Pa-tee gibt das Double Time Duo, bestehend aus Susanne Scheier und Charlotte Weniger, «Jazz and more» zum Besten.
zB Emanzipation – Lesung und Sofagespräch: 8. März, 14 Uhr, Zeughaus Teufen
zeughausteufen.ch
Frauen vor auch andernorts: Im Kunstmuseum und in der Kunstzone der Lokremise haben weibliche Kunstfans am 8. März wieder freien Zutritt zu allen Ausstellungen, Kaffee inklusive. Und im Zeughaus Teufen finden eine Lesung und ein Salongespräch zum Thema Emanzipation statt. Es diskutieren Schauspielerin Diana Dengler, Künstler H.R. Fricker und Designerin Corinne Gisel.
Auch in den Kinok-Kuschelsesseln ist frau gut aufgehoben. Die zweitbestbesuchte Kulturinstitution der Stadt zeigt am 8. März fünf Filme zum internationalen Frauentag. Gestartet wird mit Woman: 2000 Frauen aus 50 Ländern haben Anastasia Mikova und Arthus-Bertrand für ihren Dokumentarfilm porträtiert. Was sind ihre Träume und Hoffnungen, ihre grössten Ängste und Verletzungen? Was erwarten sie vom Leben, von der Gesellschaft, den Männern? Welche Beziehung haben sie zu ihrem Körper und zur Sexualität?
Weiter geht es mit Wild Nights with Emily von Madeleine Olnek. Das humorvolle Biopic über Emily Dickinson zeigt, wie leicht eine lesbische Lebensgeschichte umgeschrieben werden kann, um in ein heteronormatives Narrativ zu passen. Die zurückgezogen lebende Lyrikerin pflegte über Jahrzehnte hinweg eine enge Beziehung mit ihrer Jugendfreundin Susan Gilbert. Ob die beiden eine erotische Beziehung hatten, ist nicht überliefert, ihre Briefe lassen aber darauf schliessen.
Auch ein Premierenfilm ist mit dabei: The Perfect Candidate von Haifaa Al-Mansour erzählt die Geschichte von Maryam, einer jungen saudi-arabischen Ärztin, deren Ausreiseerlaubnis abgelaufen ist. Als Frau braucht sie für die Erneuerung ihrer Papiere die Unterschrift eines männlichen Vormundes, sprich ihres Vaters. Da dieser nicht im Land weilt, versucht sie es via Cousin – und kandidiert schliesslich kurzerhand für den Gemeinderat. Kein Tag wäre besser geeignet für diese Premiere.
Filme zum internationalen Frauentag: 8. März, ab 11 Uhr, Kinok St.Gallen
kinok.ch
Insoumises von Laura Cazador und Fernando Pérez ist die Geschichte der Westschweizerin Henriette Favez, der ersten Frau, die auf Kuba den Beruf einer Ärztin ausübte und dort nach ihrem Sohn gesucht hat. Allerdings nennt sie sich Enrique Faber, da sie in den Jahren davor als Mann lebend Medizin studiert hat, weil Frauen damals nicht zugelassen wurden. Cazadors filmische Recherche beruht auf einer wahren Begebenheit.
Abgeschlossen wird der Frauentag mit Jacky au royaume des filles von Riad Sattouf, einer rasanten Satire, die Geschlechterklischees geschickt auf den Kopf stellt und so allerhand Herrschaftssysteme entlarvt. Er spielt in der fiktiven Republik Bubunne, wo die Frauen das Sagen haben und die Männer vor allem drei Dinge zu tun haben: gut aussehen, den Haushalt schmeissen und die Klappe halten. Na dann, Prost auf die Gleichbehandlung!
Dieser Beitrag erschien im Märzheft von Saiten.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.