Dreiweieren, das sind Mannenweiher, Bubenweiher und Familienbad. Das war nicht immer so. Die Liegewiese des Familienbads war ein vierter Weiher. Dort stand die Mädchenbadeanstalt und daneben – zwar bloss als Provisorium bewilligt – ein «Milchhüsli», das der «Verband der städtischen Abstinenten-Vereine» betrieb. Und so wissen wir, warum der populäre Kiosk zwischen Mannen- und Bubenweiher gleich heisst. Ausgeschenkt wurden Süssmost und Milch. Laktoseintoleranz war damals noch keine Volkskrankheit.
Der Betrieb am Milchhüsli war offensichtlich so gross, dass die Ortsbürgergemeinde 1931 ein Baugesuch für eine Konditorei mit Café, Laden und Sitzungszimmer einreichte. Bäcker Tanner war von Anfang an als Betreiber vorgesehen. Architekt Carl Adolf Lang war dem vom Bauhaus geprägten Zeitgeist gewogen. Die Form des Hauses mit seiner Rundung gegen Westen und das weit auskragende Dach erinnern an ein Schiff. Diese Architektursprache findet sich auch in anderen Badeanstalt-Gebäuden jener Zeit: in Arbon, Heiden oder Biel.
Dreilindenstrasse 42, 071 245 15 30, restaurant-dreilinden.ch
30 Jahre nach dem Bau kauft die Stadt im Februar 1963 das Haus für 320’000 Franken. Kaum gekauft, wird es für weitere 213’000 Franken saniert und fürs Restaurant neues Mobiliar angeschafft. Doch Dreilinden kommt als Restaurant nicht richtig in Fahrt. 1982 schliesst es und die Sechszimmerwohnung im Obergeschoss wird zum Masters Tonstudio. Dieses Nebeneinander dauert knapp zehn Jahre. Dann kündigt die Stadt den Vertrag, weil Tonstudio und Restaurant sich nicht vereinbaren liessen und das Lokal zu oft geschlossen war.
1991 wird es mit dem Zusatz «Akropolis» wieder eröffnet, doch bald verschwindet dieser Name wieder, und der grosse Restaurantraum findet zu seinen Ursprüngen und den 1962 vorgenommenen Veränderungen zurück. Ein Raum wie ein Schi sbauch mit profilierter Täferung, Fenstern mit originalen Beschlägen, klassi- schen Restaurantstühlen, Heizkörperabdeckungen, und sogar der Lautsprecher unter der Decke ist erhalten. Der Saal und das Office im Eingangsbereich dagegen sind ein Tribut an die Rationalisierung der Gastronomie.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.