Man will sich lieber nicht vorstellen, wie es tönte, wenn die Offiziere Reden schwangen oder Rapporte verlasen. Auch wenn die Militärkantine im Namen weiterlebt, martialischer Ton und Drill sind schon vor Jahrzehnten nach Herisau umgezogen.
Militärkantine Kreuzbleicheweg 2 071 279 10 00 militaerkantine.ch
1902 wurde das romantisierende Schlösschen als Kantine und Bürogebäude in Betrieb genommen. Geplant hatte es St.Gallens damaliger Stadtbaumeister Albert Pfeiffer. Unten die Soldatenkantine, darüber der Saal für die Offiziere, in den Obergeschossen Büros des Waffenplatzkommandos und eine Wohnung für den «Kantinier». Lange hiess das Restaurant dann «Kastanienhof», und der prächtige Aussenbereich unter den Kastanien ist denn auch die Attraktion in der warmen Jahreszeit.
2014 war die sorgfältige Renovation des Hauses beendet. Im Restaurant im Erdgeschoss steht in der historischen Atmosphäre eine neue Bar, deren farbenfroher Fries auf die Geschichte des Hauses anspielt. Gestaltet hat ihn die Textildesignerin Annina Arter. Mit Liebe zum Detail sind im Eingangsbereich und im Flur Terrazzoböden neu gegossen worden. Sie sind mit Metallstreifen eingefasst – mit den gleichen Streifen, die man auch am Buffet findet. Der Saal im Obergeschoss mit seiner mächtigen Säule im Zentrum und dem grosszügigen Balkon sowie daneben die ehemalige Küche werden heute für Gesellschaften genutzt.
Die Erneuerung aussen und jene von Parterre und erstem Stock hat die Stadt finanziert, das Geld für das Hotel hat das Betreiberkollektiv zusammengetrommelt. All das wurde honoriert: Die Militärkantine wurde 2017 zum «historischen Hotel des Jahres» erkoren, und der Schweizer Heimatschutz führt es in seiner Publikation der «Schönsten Hotels der Schweiz». Die Zimmer sind mit nordischen und heimischen Klassiker-Möbeln ausgestattet – Armee-Mief gibt es keinen mehr.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus