Die Zunftstube soll die grösste in der Stadt St.Gallen gewesen sein, und die spätgotischen Balken seien die längsten freitragenden in der ganzen Altstadt. Sicher aber ist das «Goldene Schäfli» der letzte Zeitzeuge der Zünfte. Und dann ist da der schiefe Boden, mit dem das Lokal berühmt geworden ist. Immer wieder taucht es in Reisereportagen auf.
Zum Goldenen Schäfli, Metzgergasse 5 071 223 37 37, zumgoldenenschaeflisg.ch
Dass die Wirtschaft noch existiert, ist nicht selbstverständlich, denn als die Zürich-Versicherung 1954 an der Ecke Marktplatz/Metzgergasse ihre Neubauten errichtete, plante sie in der Metzgergasse, in diesem Stil weiterzubauen. Sie kaufte die angrenzenden Häuser bei sich bietenden Gelegenheiten, 1961 das «Goldene Schäfli». Bald geisterten Pläne von einer Altstadtsanierung herum, mit einem Durchbruch zur Engelgasse und einer Markthalle im Innenhof. Das provozierte, und es kam die Forderung nach dem Denkmalschutz für das Gebäude auf. Zwar war seit 1908 die gotische Balkendecke denkmalpflegerisch inventarisiert, aber eben nur die Decke. Keine rühmliche Rolle nahm in dieser Diskussion 1962 der St.Galler Heimatschutz ein: «Für eine fachgerechte Restaurierung müssten ganz andere, korrigierbare Verhältnisse vorliegen, die hier vollkommen fehlen. Für aussichtslose Restaurierungen dürfen wir uns nicht einsetzen.»
Knapp zehn Jahre später reichte die Zürich-Versicherung ein Abbruch- und Neubaugesuch ein. Die Reaktion war nun eine Petition mit 4500 Unterschriften, worauf der Stadtrat den Abbruch verweigerte. 1976 scheiterte der Kauf des Hauses durch die Stadt in einer Volksabstimmung. 1,6 Millionen für das «Schäfli» und das Nachbarhaus, den «Farbhof», waren der Bevölkerung zu teuer, auch weil die «Fressbeiz» als «Lokal der Mehrbesseren» galt.
Das gute Ende erreichte die «Genossenschaft Goldenes Schäfli», angetrieben vom Architekten Hans Jörg Schmid. Sie konnte das Haus 1977 kaufen und renovierte es für 1,9 Millionen. Das Restaurant bekam damals auch seinen grünen Kachelofen, der aus dem 18. Jahrhundert stammt. Und so sorgen heute Mara Zwatz und Astrit Memetaj dafür, dass das «Schäfli» ein Aushängeschild der St.Galler Erststockbeizli bleibt.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus