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Innensicht: Fresken und Täfer – subtil erneuert

Restaurants haben nicht nur ein kulinarisches, sondern auch ein architektonisches Innenleben. Bemerkenswerte historische oder heutige Interieurs in der Stadt St.Gallen stellt die Rubrik «Innensicht» vor, eine Kooperation der Heimatschutz-Sektion St.Gallen/Appenzell I.Rh. mit Saiten. Heute: Gaststuben zum Schlössli.
Von  Gastbeitrag

Noch geschichtsträchtiger tafeln als in den «Gaststuben zum Schlössli» am Spisertor kann man fast nicht. Das Haus mit den zwei runden Ecktürmen und den doppelgeschossigen Steinerkern an der Ecke der Zeughaus- und Spisergasse wurde – so stehts draussen auf der Tafel – 1586-1590 an prominenter Lage zwischen Kloster und Spisertor erbaut. Junker Laurenz Zollikofer, ein Enkel Vadians, habe mit den Türmen dem benachbarten Kloster zeigen wollen, dass auch die weltliche Stadt Zeichen setzen kann.

Gaststuben zum Schlössli, Zeughausgasse 17

071 222 12 56, schloessli-sg.ch

Vieles hat sich in den Gaststuben des Hauses bis heute erhalten: Gewölbe- und Kasettendecken, reich verziertes Täfer, Empire-Stil, die Nischen in den Türmen mit Wandfresken und Malereien zu religiösen Themen. Kein Wunder, steht das «Schlössli» unter Bundesschutz und im Inventar schützenswerter Ortsbilder. Dort wird der Renaissancebau als kleine Stadtburg bezeichnet.

Da gibt es den Festsaal mit seiner Arche-Noah-Darstellung, die Burgerstube mit zahlreichen Familienwappen und dem Vadianbild, die Rokokostube mit einem Leuchter aus Murano-Glas und die Zollikoferstube. Ende der 1960er-Jahre liess die Freimaurerloge, der das Haus gehört, eine gründliche Renovation inklusive Einbau des Logen-Kultraums durchführen; sie erfolgte durch Willi Hafner, verantwortlicher Architekt der Firma Danzeisen und Voser. Und 2005 haben die St.Galler Architekten Forrer Krebs Ley die Küche erneuert und die Räume innen saniert, subtil und mit grösster Rücksicht auf die historische Substanz.

Das Team um Wirt Ambros Wirth nimmt in seinen Gault-Millaut-prämierten Menüs ebenfalls die Geschichte zum Anlass und präsentiert so traditionelle Speisen wie die Kartoffelsuppe vom Blauen St.Galler oder Ribelmais.

 

 

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