Besondere Räume stellt diese Innensicht-Reihe vor. Das vielleicht speziellste Restaurant überhaupt in der Stadt St.Gallen ist die «Lok». In der ab 1903 erbauten, über sechs Meter hohen Halle standen ursprünglich Dampflokomotiven. Seit 2010 herrscht – namentlich am Sonntagmorgen beim Brunch – ein dichtes Menschengedränge.
Lok, Grünbergstrasse 7 071 272 25 70, lokremise.ch
Den faszinierenden Ort hatten junge Theaterleute in den 1990er-Jahren entdeckt, und ab 1999 organisierte die Galerie Hauser & Wirth hier Sommerausstellungen. Danach waren es die Kulturleute des Kantons, die sich für den Kauf und die Umnutzung als Kulturzentrum mit Restaurant stark machten. Dies gelang 2008 mit dem Ja der Stimmberechtigten.
Das Zürcher Architekturbüro Stürm und Wolf gewann den Wettbewerb für den gut 17 Millionen Franken teuren Umbau des grössten erhaltenen Ringdepots der Schweiz und rettete dessen Charme: Von den Schienen im Boden über Markierungen an den Wänden bis zur Gartenbeiz über der Drehscheibe erinnert das Haus an seine Vergangenheit. Die Ein- bauten fürs Theater, fürs Kinok und fürs Restaurant sind so platziert, dass die Weite der Halle spürbar bleibt, nicht zuletzt auch dank der gläsernen «Sichel», die die Architekten vor das innere Halbrund gestellt haben.
Vom Zentrum, der Drehscheibe, her betritt man das Lokal durch die ursprünglichen Tore der Remise und erlebt so die ganze industrielle Wucht. Zum Raumerlebnis tragen auch die alten Fenster bei, die dank innerer Aufdoppelung erhalten blieben. Drinnen sitzt man, flankiert von der silberglänzenden Installation über der Bar – sie stammt vom in Genf lebenden Künstler John M. Armleder – an weiss gedeckten Tischen. Wer Glück hat, ergattert sich einen Platz an einer der Tisch-und-Bank-Kombinationen, auf denen man seitlich auf den alten Schienen hin- und herrollen kann. Die vorbeifahrenden Züge immer vor Augen, nimmt selbst die Speisekarte der Gastro-Kette von Peter Schildknecht die Stimmung auf.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.