1951/52 ersetzten die Zürcher Architekten Neumaier und Zweiäcker den Vorgängerbau an der Ecke St.Leonhard-/Kesslerstrasse mit ihrem Neubau. Die zeittypischen Balkone und das fliegende Dach prägen das Eckhaus bis heute. Schon in den ersten Bauplänen war ein «Tea-Room» im Erdgeschoss vorgesehen, und dieser Raum präsentiert sich noch heute in seiner ursprünglichen Architektur. Das Lokal ist auf zwei Ebenen aufgeteilt, eine Reihe feingliedriger runder Stützen, mit Drähten verspannt, verhindert Abstürze nach unten.
St.Leonhardstrasse 51, 071 222 63 73, leonardosg.ch
In den 1970er-Jahren wurde aus dem ursprünglichen «Tea-Room» ein «Tea-Lunch-Room». Zwischendurch war von den 1950er-Jahren nicht mehr viel zu entdecken – das Leonardo war eine Zeitlang im Stil des Dekonstruktivismus umgestaltet, alles stand schief und quer. Diese Phase hat der Raum aber genauso überlebt wie den Namenszusatz «Happy Grill», der ab 2010 eine Zeit lang neben dem Original-Schriftzug von 1952 an der Fassade hing. Letzterer leuchtet noch heute über der Eingangstüre. Nur die Fensterfront zur Gartenbeiz an der Kesslerstrasse hat ihre ursprüngliche Kleinteiligkeit verloren.
Aus der Bauzeit überlebt hat auch das mächtige Wandbild des St.Galler Malers Willi Koch (1909–1988). Er hat es laut eigener Signatur 1953 und 1955 gemalt. Es zeigt «das Klösterlein St.Leonhard, so wie es bis 1887 dagestanden hat» – gemalt nach einem Stich von Johann Baptist Isenring (1796–1860).
Sorgsam ist im Leonardo nicht nur der Umgang mit der zeittypischen Substanz. Sorgsam ist auch der Umgang mit dem Personal. Das Restaurant wird heute vom «Trägerverein Integration St.Gallen» als weiss gedecktes Speiselokal betrieben. Diese Organisation integriert im Auftrag der Gemeinden Flüchtlinge. Geschäftsführer Marc Abächerli leitet die gastronomische Ausbildung der meist jungen Menschen. Und stolz vermeldet der Verein, dass die Absolventinnen und Absolventen dieses Programms zum Teil bereits nach vier Monaten von anderen Betrieben übernommen werden.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
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Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
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Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
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Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
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Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
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