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Jonas Knechts Pläne in Erlangen

Der St.Galler Schauspieldirektor Jonas Knecht wird neuer Intendant in Erlangen. Dies gab das Theater St.Gallen bekannt. Knechts Anstellung in St.Gallen ist nach sieben Jahren nicht mehr verlängert worden. Jetzt übernimmt er eines der ältesten Theater Deutschlands.
Von  Peter Surber , 

2015 ist Jonas Knecht nach St.Gallen gewählt worden, als Mann aus der freien Szene und erster einheimischer Schauspieldirektor. Ein «Paukenschlag», kommentierte Saiten damals. Seine Anstellung wurde zweimal verlängert, zuletzt allerdings nur noch um ein Jahr bis zu diesem Sommer – eine Folge des neuen Führungsmodells von Konzert und Theater St.Gallen: Der neue Gesamtverantwortliche Direktor sollte freie Hand bei der Besetzung der Spartenleitung haben.

Zu Knechts Nachfolgerin hat der Verwaltungsrat im Mai 2022 die bisherige Hausregisseurin Barbara-David Brüesch gewählt. Was sie sich vorgenommen hat, war hier zu lesen – das Programm der kommenden Spielzeit ist noch nicht öffentlich.

«Grosse Experimentierlust»

«Das Spektrum seiner bisherigen Regiearbeiten ist geprägt von einer grossen Experimentierlust mit den theatralen Mitteln und reicht vom Schauspiel über spartenverbindende Hybride aus Tanz, Musik, Film und Sprechtheater bis hin zu performativen Projekten und Installationen im Grenzbereich von Theater, Konzert, Hörspiel und Performance», heisst es in der Medienmitteilung der Stadt Erlangen zur Wahl Knechts.

Das Theater St.Gallen seinerseits erinnert an die über 80 Produktionen, die Knecht in St.Gallen während sieben Jahren verantwortet hat, und schreibt weiter: «Mit der Lancierung des mobilen Spielorts in einem umgebauten Schiffs-Container unterstrich Knecht sein Anliegen, das Theater näher zu den Menschen zu bringen und unmittelbarer ins Alltagsleben zu integrieren. Projekte und Kooperationen wie das Schauspielstudio und der Dramenprozessor oder das Hausautor*innen-Modell Stücklabor bezeugen sein grosses Engagement für die Nachwuchsförderung im zeitgenössischen Theaterschaffen.»

Die Mitteilung des Theaters schliesst mit einem Dank an Jonas Knecht und den besten Wünschen «für seine künftige Tätigkeit in Bayern».

Jonas Knecht. (Bild: Tanja Dorendorf)

Saiten: Jonas Knecht, nach St.Gallen jetzt Erlangen. Mit welchen Gefühlen gehen Sie hier weg und dorthin?

Jonas Knecht: Es ist eine attraktive Aussicht, ich freue mich sehr. Das Theater Erlangen ist ein reines Schauspielhaus mit einem eigenen Ensemble und bespielt unter anderem das Markgrafentheater aus dem Jahr 1719, eines der ältesten Barocktheater Deutschlands. Erlangen ist eine spannende, lebendige Stadt mit einer grossen Uni, Siemens ist dort, sie zählt rund 110’000 Einwohner, liegt nahe Nürnberg, in drei Stunden mit direktem ICE ist man in Berlin, in etwa vier Stunden in St.Gallen.

Das Markgrafentheater Erlangen.

Mitten im Spinnennetz…

Die Stadt liegt zentral und ist gut angebunden. Mir scheint die Stelle zudem ideal als Start in der Funktion eines Intendanten. Das Haus hat rund 80 Mitarbeitende, es ist überblickbar, und ich will dort nicht zuletzt versuchen, auch Theaterleitung anders zu denken. Beispielsweise eine Hausautorin, ein Ausstatter, natürlich Dramaturginnen, ein Musiker, Vertreterinnen aus dem Ensemble, ein Hausregisseur, Spezialistinnen von aussen – sie alle sollen das Profil des Hauses prägen, zusammen Inhalte für einen Spielplan erarbeiten mit ihren ganz unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Theater und die Welt.

Die Position heisst aber: Intendant.

Ja, es ist ein städtischer Betrieb, ich bin dort faktisch Amtsleiter des Theateramts. Ich sehe aber eine meiner Hauptaufgaben darin, dass das Team, das in Erlangen zusammenkommen wird, gut arbeiten kann. Theatermachen ist Teamarbeit, in allen Bereichen. Klar habe ich auch viele eigene Ideen, die ich umsetzen möchte, aber primär bin ich dazu da, ein Umfeld zu schaffen, in dem wir wertschätzend und respektvoll miteinander umgehen können, um so kreativ zu sein in allen Bereichen am Haus.

Das war wohl auch schon Ihr Anliegen als Schauspieldirektor hier in St.Gallen?

Ja, aber es ist hier nicht so einfach durchzusetzen. Unsere Arbeit im Schauspiel war sehr teamorientiert. Aber die Einbindung einer Sparte in den grossen Mehrspartenbetrieb mit seinem ganzen Produktionsapparat, der komplizierten Disposition: Das ist nicht so einfach. Ich bin zudem in St.Gallen in ein gemachtes Nest gekommen, was das angeht. In Erlangen fange ich frisch an mit ganz vielen Menschen. Das bietet die Chance, Dinge zu hinterfragen und komplett anders zu denken.

Die Intendanz in Erlangen beginnt 2024. Was machen Sie bis dahin?

Zuerst gehe ich nach Berlin, bin die nächste Spielzeit freischaffend, verbunden auch mit der Hoffnung, innezuhalten und ein paar Gänge zurückzuschalten. Ich werde aber in Innsbruck eine kleine Produktion machen, Die Bergbahn von Ödön von Horvath als Live-Hörspiel, und eine weitere Inszenierung ist in St.Gallen unter meiner Nachfolgerin Barbara-David Brüesch geplant. Und dann werde ich ganz viele Gespräche in Erlangen führen müssen, um die Menschen dort kennenzulernen und zu gucken, wie wir uns aufstellen und was zu verändern ist.

Das Mit­tel­mass fei­ern

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VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

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Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

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Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

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Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

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Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

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«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

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Icon Poet Judith Schuck

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