Z.trone der Schaffhauser Tanzkompanie DOXS flimmerte Ende September als erster Livestream von Couchkult über die Bildschirme. Ende Oktober und im November zeigt die neue Plattform jetzt Streamings zweier Tanzproduktionen und des Tanzfestivals Winterthur.
Gesucht: das Publikum
«Wir sind noch in der Startphase», sagt Jacques Erlanger vom vierköpfigen Couchkult-Team. Es gehe darum, Erfahrungen zu sammeln mit der Technik wie mit dem Publikum. Vorerst sei die Finanzierung via Transformationsprojekt gesichert – dass er Livestreams auch längerfristig eine Zukunft gibt, hat Erlanger im Saiteninterview im September bekräftigt, aber auch betont: «Couchkult ist keineswegs eine Aufforderung, zuhause zu bleiben – es ist vielmehr eine Chance, ohne geografische, mobilitätsbedingte oder epidemiologische Grenzen an Kultur teilzuhaben. Es ist eine Erweiterung, aber kein Ersatz für das Live-Erlebnis.»
Erfahrungen sammeln können auch die Zuschauer:innen. Am 30. Oktober zeigt die St.Galler Choreografin Elenita Queiroz Warning for Contemplation Sections, ein Stück um «das Recht auf innere menschliche Wildheit». Mit dabei sind die Tänzerinnen Charlotte Mathiessen, Mara Natterer und Léa Thommen. Die Produktion ist das Ergebnis einer von Workshops begleiteten Recherche im Rahmen des diesjährigen Tanzplans Ost.
Ab dem 6. November touren dann die Performerinnen Nadika Mohn und Ariana Qizmolli mit ihrer Doppelchoreografie Zwei durch die Ostschweiz, die Saiten-Besprechung des Stücks hier. Der Abend vom 9. November im Presswerk Arbon ist wiederum sowohl live als auch im Livestream zu erleben.
Schliesslich setzt auch das Tanzfestival Winterthur bei seiner 30. Ausgabe auf Streams. An beinah jedem Abend kann man eine oder zwei Produktionen live am Bildschirm verfolgen, darunter Stücke des Italieners Piergiorgio Milano, der laut Ankündigung «Zirkus, Tanz und Bergsteigen» mischt, oder der Britin Annie Hanauer.
Das Festival reagiere damit auf die Pandemie, welche die Frage aufgeworfen habe, wie Kultur weiterhin erlebbar gemacht werden könne. Und zum andern auf die Klimakrise – aus Gründen der Nachhaltigkeit reisten diesmal alle Künstler:innen mit dem Zug an, schreiben die Co-Leiterinnen Audrey Wagner und Nadine Schwarz.
Mehr als «Konserven»
Elenita Queiroz: 21. Oktober Phönix Steckborn, 29. und 30. Oktober Lokremise St.Gallen (am 30. mit Livestream)
Nadika Mohn/Ariana Qizmolli: 6. November Kanti Trogen, 9. November Presswerk Arbon (mit Livestream), 11. und 12. November TanzRaum Herisau
Tanzfestival Winterthur: 18. bis 26. November, Theater am Gleis
couchkult.ch
Nachhaltig will auch Couchkult sein: Neben den Streams können regionale Kompagnien hier ihre Arbeit dokumentieren und so ihre Sichtbarkeit für das Publikum wie für Veranstalter:innen erhöhen. Eine ganze Reihe von Videos ist bereits online.
Dazu gehören zum Beispiel Die Traummaschine der Rotes Velo Kompanie, mehrere Arbeiten der Winterthurer Dance Company ONE und der Schaffhauser DOXS Company oder Tod.Sein des Laboratoriums für Artenschutz von Micha Stuhlmann und Raphael Zürcher.
Mit der Zeit könnte so eine eigentliche «Referenzseite» für die freie Ostschweizer Szene entstehen, hofft Jacques Erlanger. Das wäre gut für die Sichtbarkeit der Gruppen, interessant fürs Publikum und nützlich auch für Veranstalter:innen.
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
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Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.
Die St.Galler Festspiele sind vorbei. Oper war indoor, draussen im Stadtpark spielte die Endzeitkomödie Planet B. Nähme man die Botschaft des Stücks ernst, müsste die Festspiel-Oper auch künftig ressourcenschonend drinnen bleiben.
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In der Kunstkabine bei der St.Leonhard-Brücke in St.Gallen stellen bis September vier Personen mit Beeinträchtigung ihre Kunst aus. Den Anfang macht Sonja Lippuner mit ihrer «Rollstuhlkunst».
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