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Tschüss Print? Hallo Staat?

Finanzierungskrise, Medienkonzentration, Nischenpublikationen, No-Billag: Die «Erfreuliche Universität» im Palace widmet die nächsten drei Dienstagabende der Medienlandschaft 2018.
Von  Corinne Riedener , 
Auf Kolumbus folgt Atlas: Weitere saftige Sparrunde bei CH Media.

Im Sommer 2014 trimmen das «St.Galler Tagblatt» und seine Regionalausgaben ihren Mantelteil auf zwei Bünde, wenige Monate später führt die NZZ Mediengruppe ihre Regionaltöchter «St.Galler Tagblatt» und «Luzerner Zeitung» zu einem Geschäftsbereich zusammen, samt gemeinsamem Chef. Im Herbst 2016 erschienen alle Regionalzeitungen der NZZ-Mediengruppe erstmals in einem einheitlichen Layout, im Juli 2017 stellen «St.Galler Tagblatt» und «Luzerner Zeitung» samt Partnerzeitungen auf die Zweibund-Zeitung um und kommen seither im «gemeinsamen Mantel» daher; der erste Bund ist bis auf die Focus-Seite identisch und wird abwechselnd in Luzern und in St.Gallen produziert. Die Printausgabe der «Ostschweiz am Sonntag» wird per Ende Oktober 2017 eingestellt, kurz davor wird das Korrektorat der NZZ-Regionalmedien nach Bosnien outgesourced.

Im Dezember ist nun bekannt geworden: Das «St.Galler Tagblatt» und seine Lokalausgaben werden Teil eines neuen, riesigen Medienkonzerns. Die Besitzerin NZZ schliesst mit Peter Wanners AZ Medien ein Joint Venture – sofern dieses von der Wettbewerbskommission abgesegnet wird. Kommt das Joint Venture zustande, umfasst es rund 80 Medientitel und erreicht über zwei Millionen Leserinnen und Leser.

Derweil kauft Christoph Blocher sich weiter ein in die deutschschweizer Medienlandschaft; «seine» BAZ-Holding riss sich im vergangenen August den Wiler Gratiszeitungsverlag Zehnder unter den Nagel, der insgesamt 25 Titel zählt und an die 800’000 Leserinnen und Leser in der ländlichen Ost- und Zentralschweiz sowie den Kantonen Aargau, Solothurn, Bern und Zürich erreicht.

Und sonst so? Die Romandie ist quasi ausgehungert in Sachen Medienvielfalt
und wird von Deutschschweizer Unternehmen beherrscht. Die grossen Player Tamedia, Ringier und NZZ machen jedes Jahr zwei- bis dreistellige Millionengewinne und beherrschen mittlerweile über 80 Prozent des deutschsprachigen Pressemarkts – während sie gleichzeitig ihr Kerngeschäft, den Journalismus, schröpfen. Und der Service public, die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft, wird kurzerhand grundsätzlich infrage gestellt: am 4. März wird darüber abgestimmt, ob die Billag-Gebühren abgeschafft werden sollen – was das Ende der SRG, so wie wir sie kennen, bedeuten würde.

Zurück in die Ostschweiz: Die St.Galler Regierung hat als Reaktion auf das Joint Venture wenige Stunden nach der Bekanntgabe ihre Besorgnis mitgeteilt und angekündigt, zu prüfen, «welche Massnahmen sie allenfalls im Bereich der kantonalen Medien- und Kommunikationspolitik treffen soll, um den regionalen Service Public im Medienbereich sicherzustellen». Saiten hat bei Regierungspräsident Fredy Fässler nachgefragt. Ausserdem haben wir Vincent Kaufmann, den Direktor des Instituts für Medien und Kommunikationsmanagement an der Universität St.Gallen, zum geplanten Joint Venture und der Zukunft der Regionalzeitungen befragt – zu finden in der Januarausgabe von Saiten.

 

Dienstag, 9. Januar, 20:15 Uhr
:
Finanzierungskrise und Medienkonzentration – 
Ein Blick auf die Medienlandschaft in der Schweiz 2018.

Kaspar Surber, Journalist bei der WOZ, bietet eine Einführung in die Medienökonomie, stellt die wichtigsten Akteure in der Schweiz und ihre Ziele vor und geht der Frage nach, wie sich Journalismus künftig finanzieren lässt.

Dienstag, 16. Januar, 20:15 Uhr
Medientalk: Das «Tagblatt», Blochers Gratiszeitungen und die Nischen – wer hat noch eine Stimme in der Ostschweiz?

Welche Bedeutung kommt den kleineren Titeln wie Saiten oder der Schaffhauser AZ in dieser heiklen Situation zu? Der Medientalk mit Mario Stäheli (Geschäftsleiter St.Galler Nachrichten), Corinne Riedener (Redaktorin Saiten), Marlon Rusch (Co-Redaktionsleiter Schaffhauser AZ) und Stefan Schmid (Chefredaktor «St.Galler Tagblatt»).

Dienstag, 23. Januar, Tür 20:15 Uhr:
Podiumsdiskussion: No-Billag – wie weiter mit dem öffentlichen Radio und Fernsehen?

Die No-Billag-Initiative ist eine der radikalsten seit langem. 
Sie fordert nichts weniger als die Abschaffung der öffentlichen Medien in der Schweiz. Soll tatsächlich jede und jeder nur für
 das bezahlen, was sie oder er konsumiert – oder wären die Folgen für die Qualität der Medien und die demokratische Debatte verheerend? Auch die Interessen der Befürworter, die es auf die Werbegelder der SRG und die politische Einflussnahme abgesehen haben, werden an diesem Podium diskutiert.

palace.sg

Die Er­de ist nicht ge­nug

Das Na­tur­mu­se­um St.Gal­len er­öff­net Mit­te No­vem­ber zum zehn­jäh­ri­gen Be­stehen sei­nes Neu­baus den Aus­stel­lungs­be­reich «Mensch und Uni­ver­sum». Zwi­schen Kli­ma­kri­se und Ster­nen­him­mel geht es um ei­ne ziem­lich gros­se Fra­ge: Wo ste­hen wir ei­gent­lich?

Von Philipp Bürkler,
Naturmuseum Mensch und Universum Niklas Thalmann

Ein ziem­lich ab­ge­fah­re­nes Ding

Seit zehn Jah­ren gibt es die Re­si­den­cy in der Bi­blio­thek An­dre­as Züst im Al­pen­hof, die­sem so schwer zu fas­sen­den Ort in In­ner­rho­den. Der run­de Ge­burts­tag wird nun mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Fes­ti­val ge­fei­ert.

Von Hanspeter Spörri,
Alpenhof bibliothek andreas zuest residency

Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

Be­vor die Kunst­hal­le St.Gal­len im De­zem­ber we­gen Um­bau­ar­bei­ten vor­aus­sicht­lich bis April 2027 schliesst, dreht sie noch­mals voll auf. In der Aus­stel­lung «House of Ch­an­ge: Pre-Con­s­truc­tion-Warm-Up-Ga­lo­re» prä­sen­tiert sie im lau­fen­den Mo­nat ein dich­tes, bun­tes Pro­gramm an Kunst und Kul­tur.

Von Larisa Baumann,
House of change larisa baumann 1

Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

Von Roman Hertler,
2611 Kulturgelder gaffa rappenspalter 2 farbe

Kunstausstellung

Mut­ter­schaft in Öl ge­fasst

Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

Von Veronika Fischer,

Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
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Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,