Barbey, Gabriele, 22. Februar 2019 um 18:57 Uhr Liebe Saiten-Redaktionsleute (gleich welchen Alters) Soeben habe ich auf saiten.ch Andri Böschs Beitrag "Aug in Aug mit der Autorin" gelesen. Ich rege mich auf, echt, und zwar weil ich 66 bin und nicht nur einen grauen Hinterkopf habe (die Solothurner Literaturtage-Bilder, die Laura Vogt schildert, kenne ich gut), sondern, noch schlimmer, auch einen grauen Vorderkopf! Ja, mir geht es auch so, ich sehe auch lieber ein gemischtes Publikum (aber bitte ohne quengelnde Kinder, die würden bei einer Sofalesung stören), möglichst viele Junge, oder dann doch solche, die sich die Haare färben, um wenigsten von hinten jung zu wirken. Uää pfui, diese Alten, die auch noch zum Alter stehen, unausstehlich! Und jetzt kommen sie auch noch an die Sofalesungen. Neue Formen, alte Probleme, titelt Andri Bösch dazu. Meine Frage: Was macht ihr Jungen falsch, dass sich eure Generation so wenig für eure Texte interessiert??? Könnte es sein, dass ihr zu altklug schreibt??? Zugegeben, das Hauptproblem dünkt mich, dass die Verteilung zwischen frei verfügbarer Zeit (no money) und Arbeitszeit (money) in unserer Gesellschaft falsch ist – darüber müssten wir diskutieren. Und zwar wir alle, ihr Jungen (hoffentlich nicht schon früh Angegrauten, uää pfui) und wir Alten, ob gefärbt oder nicht! Ob wir das "Aug in Aug" machen könnten, bezweifle ich, denn zu den grauen Hinterköpfen kommen dann noch graue Falten dazu (weil zu wenig hormongespritzt) ... uää pfui. Und übrigens, wer liest eigentlich Saiten, und noch genauer, wer zahlt ein Abo?? Hoffentlich nicht die Uää-pfui-Generation??! Liebe (sic!) Grüsse Gabriele Barbey, Herisau