Kategorie
Autor:innen
Jahr

Im Wind of Change

Die Ausserrhoder Kulturlandsgemeinde 2021 findet statt - am Sonntag 9. Mai gibt es eine teils digitale, teils live im Zeughaus Teufen stattfindende Ausgabe des Festivals. Das Thema passt wie angegossen: «Alles bleibt anders».
Von  Peter Surber

Statt an zwei Tagen wie üblich findet das Festival verknappt an einem Tag, dem Sonntag 9. Mai statt. Und die Zahl der Besucher:innen ist beschränkt auf 50 Personen, Maske ist Pflicht, Konsumationen sind nicht möglich, aber in unmittelbarer Nähe bietet die «Linde» ein Takeaway an.

Die Pandemie verlangt Flexibilität – und das passt perfekt zum Thema der diesjährigen Kulturlandsgemeinde. «Alles bleibt anders» ist das Motto. Veränderung, Wandel, Anpassung, Gewohnheiten, Umbrüche sollen diskutiert und künstlerisch reflektiert werden. Das Thema war bereits 2020 für das Festival gesetzt – bevor Corona die ganze Planung über den Haufen warf und den Anlass verunmöglichte.

Jetzt, ein Jahr später, steht zumindest fest: Die Kulturlandsgemeinde findet statt, am 9. Mai im und um das Zeughaus Teufen und parallel dazu online. Digital und analog: Das ist das Doppel-Rezept der diesjährigen Ausgabe.

Sonntag 9. Mai, Zeughaus Teufen und online
11 Uhr Rede Dorothee Elmiger
14 Uhr Kulturkosmonauten
16 Uhr Verschwörung und Wahrheit

kulturlandsgemeinde.ch

Fragen sammeln statt Antworten geben

«Es bläst ein stürmischer Wind of Change», steht auf dem Flyer des Festivals. Die Prozesse des Wandels beträfen die Gesellschaft auf allen Ebenen, kollektiv und individuell. Für Antworten sei es noch zu früh, und «reisserische Parolen» zu den unsicheren Verhältnissen wären fehl am Platz. Stattdessen sammelt die diesjährige Kulturlandsgemeinde vorerst einmal die brennendsten Fragen bei Mitwirkenden und beim Publikum. Daraus soll eine Flaschenpost werden als Ersatz für die traditionelle Sendschrift – mit der Hoffnung auf Antworten bis zum Festival im kommenden Jahr.

Einer der Programmpunkte trägt den Wandel gleich im Titel. «Change. Now. Always. Never stop» nennen die Kulturkosmonauten ihre Arbeit. Das in St.Gallen beheimatete Projekt bietet seit mehreren Jahren Theater-Workshops und Trainings für Jugendliche meist mit migrantischer Biografie. Veränderung sei für sie «überhaupt nicht abstrakt, sondern es ist ihre Realität», sagt Ann Katrin Cooper vom Leitungsteam – manchmal in einem Ausmass, dass der Wunsch gross sei, aus der dauernden Unsicherheit herauszukommen.

Die Kulturkosmonauten bei den Proben zu «Change». (Bilder: pd)

Auf die Startfrage etwa, in welchem Prozentsatz sie sich nach ihrer eigenen Einschätzung in den letzten Jahren selber verändert hätten, schwankten die Angaben der Jugendlichen zwischen 65 und 99 Prozent. «Die stecken mittendrin.» 25 Jugendliche sind beteiligt, sie stammen aus dem Iran, der Türkei, Südafrika, Burundi, Äthiopien, aus Weissrussland, Polen, der Ukraine und der Schweiz.

«Kinder sind Experten der Veränderung»

Die Pandemie verlangte ihrerseits ständige Anpassungen. Geprobt werden konnte nur in kleinen Gruppen, gearbeitet wurde auch bei beissender Kälte draussen – für die jungen Kosmonautinnen und Kosmonauten sei es nie eine Frage gewesen, abzubrechen. «Es war allen klar: Wir finden einen Weg.» Aus einem zu Beginn gemeinsam geschriebenen Text, aus den Inputs und Trainings entstand zum einen ein Film, der im Rahmen der Kulturlandsgemeinde gestreamt wird. Zum andern ist eine Liveperformance geplant, bei der auch das Publikum – coronakonform – mit einbezogen werden soll.

Ann Katrin Cooper ist überzeugt: «Man müsste Kinder und Jugendliche viel stärker zu Wort kommen lassen. Sie sind Experten der Veränderung.»

Elmigers Rede, Gaffas Show

Die Diskussionsplattformen, sonst ein zentraler Teil des Kulturlandsgemeinde-Konzepts, sind coronabedingt gestrichen worden. Auch andere geplante Programmpunkte fielen weg, nicht aber eine allerdings reduzierte Zahl von Werkstätten: Vor dem Zeughaus entsteht ein Permakulturgarten, der Bildhauer Christian Hörler gibt Einblick in die Arbeit mit Stein und Steinbrüchen, und die Gaffa-Crew kreiert in einer interaktiven Show ein Fanzine.

Dorothee Elmiger

Zudem diskutieren in Kooperation mit der Erfreulichen Universität der Theologe Rolf Bossart und der Künstler Thomas Stüssi unter dem Titel «Verschwörung und Wahrheit» über den Boom von Verschwörungserzählungen. Die Sonntagsrede hält die in Appenzell aufgewachsene Schriftstellerin Dorothee Elmiger.

Dieser Beitrag erschien im Maiheft von Saiten.

 

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
B 8

«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
IMG 5826 Paul Trummer 2

Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 1558

Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
IMG 0757 2

FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze

WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
6085807

FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

Saiten 2609 Cover 01

Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
Whats App Image 2026 08 26 at 08 36 26

Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah