Elyn
Seit langem ist die Sängerin und Komponistin Eliane Sutter Teil der St.Galler Popmusikszene und vor allem für ihre Kooperationen, u.a. mit Kafi D, Greis, Wassily oder Kimyan Law, bekannt. Jetzt, nach 30-jährigem Musikschaffen, ist diesen Frühling ihr Debütalbum BORN[E] erschienen. Getauft wird, wegen Vinyl-Lieferengpässen, im Oktober im Palace.
Drill
Raphael Capaul, Philip Meienhofer, Marco Hafner, David Meienhofer, David Mühlethaler, Jérémie Gonzalez. Der wahre heavy Shit aus SG, ein wilder Mix aus Metal, Hardcore und anderen Subgenres. Wenn sie loslegen, fliegen wortwörtlich die Fetzen. Ihre Fanbase ist international, für ihre Gigs am Disorder-Bandraumfestival reisen die Leute schon auch mal aus Basel an.
Bear Pit
Fünf heisse Feger aus St.Gallen, frisch vom revolutionären Stammtisch. So beschreiben sich Bear Pit, Repräsentanten der nächsten St.Galler Punk-Generation. Bei allem politischen Ernst gehört auch eine gehörige Portion Hedonismus zu ihrem Wirken (Saufen gegen Rechts). Wer sagt denn, dass Engagement nicht auch Spass machen kann? Mit ihrem Debüt-Album von 2019 rufen sie die Oi!Topie aus.
VS the World
Ist es Punk? Ist es Hardcore? Ist es Shoegaze? Auf jeden Fall ist es wild, fadegrad, auch mal verträumt und live eine Wucht, wenn Lukas Frefel, Iris Graser und Annika Szokody loslegen. Sie teilen sich den Proberaum und eine erste Split-EP mit Bear Pit. Neues Material gibts noch diesen Herbst auf Bandcamp.
Skiclub Toggenburg
Till Ostendarp und Adi Eberhard aus ebenda, fräsen ziemlich kreativ alle möglichen elektronischen Buckelpisten hinunter – gut für die Hüften! Immer dabei: ihre Modularmaschine, der «Organismus». Der Club ist nur eines von vielen Projekten. Im Sommer 2021 erschien ihr zweites Album Ide Hötte.
Panda Lux
Moritz Widrig, Janos Mijnssen, Silvan und Samuel Kuntz. Machen seit über 15 Jahren deutschsprachige Popmusik und tragen auch gerne mal dick auf. Zuletzt ist Fun Fun Fun (2020) erschienen, der Titel ist sarkastisch zu verstehen. Er beschreibt «die Ernüchterung, dass das Leben mit 25 gar nicht mehr so viel besser wird, als es jetzt ist».
Femi Luna
Wurde im Oktober 2021 von SRF3 zum «Best Talent» geadelt und hat fast zeitgleich ihren ersten Longplayer Library veröffentlicht – pünktlich zu ihrem 22. Geburtstag. Die Welt ist eine Bibliothek und ihre Songs sind die Bücher darin, mit eigenwilligen Geschichten übers Verliebtsein, Zweifeln, Trauern oder Nie-Alleinsein.
Sebastian Bill
Wann er angefangen hat, eigene Lieder zu schreiben, weiss der St.Galler Gitarren-Troubadour wohl selber nicht mehr so genau. Mit beruhigender Zuverlässigkeit erschafft der Dialekt- Barde, unverkennbar mit seiner typischen Lennon-Brille, laufend neue lyrische Kleinode. Aktuell sind seine beiden EPs luft und liebi und danke für nünt.
Karluk
Philippe Jüttner, David Meienhofer, Philip Meienhofer, Elio Ricca, Patrick Widmer, Dominic Wirth. Stoner-Riffs und heavy Beats, abgeschmeckt mit einer krautigen Portion Postrock. Das ist das raffinierte wie überzeugende Rezept von Karluk. 2014 gegründet und seither – leider – immer leicht unter dem Radar der öffentlichen Aufmerksam gespaced, erscheint diesen Herbst endlich das Debüt-Album Exordium.
Lowray
Seit einiger Zeit lässt sich der St.Galler Singer/Songwriter Tobias Maienfisch von Marco Zogg an der E-Gitarre begleiten: schöne Balladen und Lagerfeuermusik zum Mitschunkeln. Im Frühling erschien die EP In Hiding, im Herbst solls dann schon wieder ins Studio gehen.
Simon Hotz
Zählt mittlerweile zum Stammpersonal in der St.Galler Singer/Songwriter-Szene. Am Piano und mit kräftiger Stimme intoniert er seine Lyrik, die sich ganz in die gesellschaftskritische Tradition à la Wader, Wecker oder Danzer stellt. Aktuell ist er ohne seine Band Das kleinere Übel unterwegs. Im Frühling 2023 erscheint sein nächstes Album SAND.
Mischgewebe
Melanie Danuser und Bill Bühler lassen Grenzen verschwimmen, von federleichtem Pop bis zu dunkel-dreckigen Beats ist alles dabei. Ihr Debütalbum Violet (2021) sei «eine 46,37-minütige Reise durch gesellschaftskritische Inhalte, heartbroken Lovesongs, Kampfansagen und Traumwelten», sagen die BandXOst-Gewinner:innen 2019.
Catalyst
Dominic Curseri und Ramon Wehrle. Das Alternativ-Rock- Duo hat sich zur festen Grösse in der St.Galler Rocklandschaft gemausert. Mittlerweile werden die BandXOst-Gewinner von 2016 von diversen Festivals im In- und näheren Ausland gebucht und spielten diesen Sommer beispielsweise einen hervorragenden Gig im Vorprogramm von Skunk Anansie. Vor einem Jahr kam ihr Debüt A Normal Day heraus.
Elio Ricca
Da sind Elio Ricca und Philip Meienhofer. Harte Rock-Passagen wechseln sich mit psychedelisch-sphärischen bis poppigen Klängen. Viel Wert legt das kreative Duo auch auf die visuelle Ästhetik, ihre Videos sind immer ein Hingucker. Auf ihrem dritten Album Luna Park, das diesen Oktober erscheint, wagen sie sich in synthetischere Gefilde vor. Den Rock’n’Roll haben sie deswegen noch lange nicht verlernt.
Marius Baer
Früherer Baumaschinenmechaniker und Band-XOst-Gewinner aus dem Appenzellerland, der hin und wieder briegget und vor allem mit seiner Whiskey-Stimme auffällt. Mit dem Eurovision Contest hats leider nicht geklappt, dafür erschien im Frühling sein neues Album Boys Do Cry.
Priya Ragu
Der Pop-Shootingstar aus der Ostschweiz, den man hier trotzdem lange nicht gekannt hat – was nicht an ihrer Mehrsprachigkeit liegt. Früher Büroangestellte bei der Swiss, mittlerweile von Warner Music getaktet. Die ersten Erfolge feierte die in Bazenheid aufgewachsene Priya Ragupathylingam in London und Indien. 2021 erschien das Mixtape damnshestamil, produ- ziert von ihrem Bruder.
Obacht Obacht
Tobias Rüetschi, Rémy Sax, Louis Wälti, Yannick Streit, Luca Harder. Irgendwo angesiedelt zwischen rumpligem Garage und Schlafzimmer-Pop, es gab einige Flirts mit dem Synth-Pop und zählt zum kreativsten, was derzeit aus der Region Frauenfeld/Winthi kommt. Am 23. September hauen sie eine Art Best-of raus, für die sie acht Songs nochmals neu im Shoegaze-Gewand aufgenommen haben.
Lu Scurpiddu & Gunda Wechee
Renato Trianni und Colin Davis, seit Jahren im Rap- bzw. Ragga-Business, aus der Ostschweiz über Italien bis nach Kenia. Ende August erschien ihre EP Originals. Trianni, als Rapper bekannt als Doppia Erre, hat viele Projekte, alle vereint unter seinem Label Zona 167 Produzioni, das seinen Namen von den benachteiligten Quartieren in Italien hat.
Prozpera
Carmen Bosshart, musikalische Autodidaktin aus Münchwilen und im andern Leben Jus-Studentin. «Entdeckt» wurde sie von Yung Porno Büsi, seit 2020 ist Prozpera beim Frauenfelder Label AuGeil zuhause. 2021 ist ihre EP How To Kill A God erschienen. Low Budget «Bedroom Pop», der das nicht ist, ganz der Atmosphäre verpflichtet.
Worries And Other Plants
Krautiges Solo-Projekt des umtriebigen Too Mad-Drummers Dionys Müller, hier an den Saiten und am Mic. Der Rheintaler spielt die Songs in der Regel komplett in Eigenregie ein, ab und zu lädt er Gäste zu seinen Sessions. Live unterstützen ihn Sebastian Huarte, Chris Niederberger, Fabian Sieber, Femi Fokkens aka Femi Luna und Daniel Aemisegger. Noch diesen Herbst soll die zweite EP Pieces erscheinen.
Project ET
Jan Räbsamen (Epik) und Gian-Andri Stahl (Takle) aus Wil. Letztes Jahr erschien Planet Erdbeertörtli, ein Rap-Album, das auch in Sachen Politik einiges zu sagen hat. Kein Wunder, wenn man im Schatten von KKS zwischen Vorgärten und SUVs das gute Leben im falschen hochhalten muss.
Velvet Two Stripes
Sophie Diggelmann, Sara Diggelmann und Franca Mock aus St.Gallen. Seit gut einer Dekade auf Konzertbühnen in ganz Europa unterwegs mit ihrer der Couldn’t-Care-Less-Attitüde. Dem Rock treu ergeben. Im Herbst 2021 erschien ihr drittes Studioalbum Sugar Honey Iced Tea.
Bright
Stefan Eberhard, Dan Eberhard, Reto Langenegger, Markus Langenegger, Alwin Büchler. Der schmusige Brit-Pop, der an Travis, Saybia, Keane oder die früheren Coldplay erinnert, scheint bisweilen etwas aus der Zeit gefallen, aber ehrlicher und sympathischer spielt in der Region niemand diese Musik. Neues Material, zum ersten Mal auf Schweizerdeutsch, ist im Anmarsch, Release-Datum noch unbekannt.
Rapture Boy
In Shaquille Bernhards Adern fliesst «Bloodtype Rap». Viel 90ties Eastcoast und Boombap, aber auch zeitgenössischere Styles – der Neo-St.Galler ist überall zu Hause, und besonders auf der Bühne. 2020 hat er als erster Rapper überhaupt den BandXOst-Wettbewerb gewonnen, kurz darauf erschien seine EP Write Your Own Way.
Silentbass
Lange tourte Lorenz Niederer alleine mit Bass und Loop-Station durch die Lande. Mittlerweile begleitet ihn Alessandro Capilli an den Drums und verleiht den an sich schon mächtigen Prog- und Post-Rock-Arrangements zusätzlichen Wumms. Im Dezember wird in der Grabenhalle das fünfte, noch einen Tic orchestraler produzierte Album Conductor getauft.
Bahnhofbuffet Chancental
Autotune-Grunge von der desillusionierten Landjugend, immer nach der Grossstadt sehnend, aber doch nie ganz weg. Und schon gar nicht zufrieden. Oder ums in ihren Worten zu sagen: «Morn wird no viel schlimmer.» Wir warten schon viel zu lange aufs erste Album.
Batbait
Simona Bischof, Sandra Keller, Alanah Rüttimann und Gianna Brühwiler, halb aus der Ostschweiz, halb aus Tsüri, machen energischen Garage Rock und erschüttern damit hoffentlich weiter die verklebte Szene. 2021 gewannen sie zurecht die Demotape Clinic. Dieses Jahr haben sie bereits zwei EPs rausgehauen (Softness Pt. 1 & 2 ), im September folgt das Debutalbum My Dirty Clothes.
Auf tinyurl.com/saiten-playlist haben wir für euch eine Playlist mit den Videos aus diesem Artikel und noch viel mehr zusammengestellt. Viel Spass damit!
Natürlich hätten wir diese Liste junger (und nicht mehr ganz junger) Ostschweizer Acts endlos weiterführen können. Es gäbe noch viele, die es ebenfalls verdient hätten, hier erwähnt zu werden. (co) und (hrt) haben eine subjektive Auswahl getroffen, die vor allemdie Vielfalt des regionalen Musikschaffens aufzeigen soll. Wichtig ist: Geht auf Entdeckungsreise, hört rein, geht an Konzerte und erzählt rum, wenn ihr was entdeckt habt!
Mit den Bands Bear Pit, Projekt ET und dem Liedermacher Simon Hotz sind die politischen Parolen zurück auf den Bühnen der Stadt. Das ist gut so.
Sie ist Künstlerin, Fotografin und forscht als Musikerin nach Klängen in ihrer Umgebung, in Synthesizern und anderen Geräten. Mit der Gründung des DIY-Studios, Sound-Labors und feministischen Netzwerks «Salon Vert» füllte Claude Bühler eine Lücke in der männer- dominierten Ostschweizer Musikszene und legte das Bedürfnis nach kollaborativer und antihierarchischer Praxis frei.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.