Die Leute sind ziemlich schnell gereizt, wenn etwas nicht funktioniert. Ständig ist man unter Zeitdruck, alle kommen aus verschiedenen Nationen, die Mentalitäten und Sprachen sind verschieden, das macht es nicht immer einfach… Jeder haut jeden in die Pfanne. Vielleicht liegt es am Konkurrenzdruck, denn irgendwie sind wir ja alle ersetzbar. Das gehört zu den Nachteilen als Temporärer.
Daniel über seinen Baustellenjob, im Novemberheft «Auf dem Bau»
Die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen haben sich noch verschärft. Es wird von den Bauarbeitern immer mehr erwartet: Man baut immer mehr, immer schneller, mit immer weniger Leuten.
Danijela Bašić, Gewerkschafterin, im Novemberheft «Auf dem Bau»
Es ist für mich ein grossartiger Wert, Dinge selber flicken und bauen zu können. Höchst Wertvolles neben ganz Brachialem anzupacken: Das liebe ich, und ich kämpfe dafür, dass uns das erhalten bleibt.
Felix Lehner, Kunstgiessereigründer und Kulturpreisträger, im Novemberheft «Auf dem Bau»
Löse die Probleme im Moment, hadere nicht mit dem, was du momentan nicht lösen kannst, denn es gibt genug, was interessant und vielleicht auch daher lösbar ist. Der eigene Gwunder als Taktgeber.
Ueli Vogt über Kulturpreisträger Felix Lehner im Märzheft «Im Wald»
Anfangs forderte mich die Arbeit an der Kasse, dann wurde sie zur Routine. Während ich Artikel scannte, dachte ich nach – über die Welt, über das bevorstehende Abendessen. Die Aushilfe in der Brotabteilung, bei den Blumen und am Kiosk brachte Abwechslung in meinen Alltag im Gallusmarkt. Gleichzeitig wurden die Abläufe immer getakteter, gemeinsame Pausen waren nicht mehr möglich, Gespräche unter Angestellten wurden untersagt. Das Resultat: Du kommst, du gehst, wie ein Roboter. Sich dagegen wehren? Keine Chance.
NN, ehemalige Kassiererin im Supermarkt, im Aprilheft «Brauchts uns noch?»
In Sachen Selbstwirksamkeit bietet der Wald enorm viel. Ob das Kind einen Stecken zerbricht oder einen Hügel hochklettert: Es merkt, was es getan hat.
Eva Helg, pädagogische Leiterin der Waldkinder St.Gallen, im Märzheft «Im Wald»
Die Idee der «Republik» ist: Journalismus kostet etwas. Wir wollen unabhängig sein und das geht nur, wenn die Leute, die uns lesen, uns auch finanzieren. Kurz: Wir versuchen Journalismus zu machen und parallel ein neues Finanzmodell zu etablieren.
Carlos Hanimann, Journalist, im Februarheft «Theater»
Wir sehen einfach, dass es den Printmedien nicht gut geht, und finden es deshalb wichtig, dass die Diskussion geführt wird.
Regierungsrat Fredy Fässler über allfällige staatliche Medienförderung, im Januarheft «Improvisorium»
Das bleibt, über alle Debatten zur Zukunft der Medien und der Zeitung hinaus, die Aufgabe des Journalismus: Erklärungsmöglichkeiten anzubieten, Zusammenhänge, Ursachen und Folgen klarzustellen und gegen das schnelle Wissen Fragen zu stellen. Es geht um Wissen und den freien Austausch von Meinungen – also letztlich um die Demokratie, die im Moment vielen als Auslaufmodell erscheint.
Walter Brehm, Journalist, im Juniheft «Störung»
Die Entlassung aller Redaktorinnen über 60 Jahre und aller Redaktoren über 61 Jahren: Rückblickend war diese Behandlung von Kolleginnen und Kollegen, die teilweise 20 Jahre und mehr für die SDA gearbeitet hatten, der entscheidende Grund, dass die Belegschaft praktisch ohne Gegenstimmen zuerst einen Warnstreik und danach einen unbefristeten Streik beschloss. Daneben war es das Gefühl, etwas zu verteidigen zu haben: das gute Betriebsklima, die Qualität der Arbeit und nicht zuletzt die Wichtigkeit einer nationalen Nachrichtenagentur.
Andreas Kneubühler über den Streik der SDA, im Juli-August-Heft «Saiten schiesst ins Kraut»
Wenn einer jetzt hereinkäme und mich fragte: «Sagen Sie mal, was machen Sie eigentlich hier?», ich müsste antworten: «Ich vertreibe mir so mein Leben.»
Kurt Tucholsky im Pyrenäenbuch 1927, im Januarheft «Improvisorium»
Dies ist das Lied gegen Ängstedas durch die Melodie besticht!Es ist zwar frei vonArgumenten, dochGegen Ängste helfenArgumente nicht.Gegen Ängste helfenArgumente nicht.
Aus der Triple-CD von Europa: Neue Leichtigkeit, im Januarheft «Improvisorium»
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht