Früher ist man gerne auf Konfrontationskurs gegangen mit der sogenannt «etablierten» Kultur. Heute müssen alle zusammenstehen und Farbe bekennen.
Freddy Gagi Geiger, Openair-Gründer, im Februarheft «Theater»
Kulturplafonierung bedeutet, dass eine Erhöhung der Beiträge ausgeschlossen ist, auch wenn beispielsweise das Angebot erweitert werden könnte, weil es dafür mehr als genug Publikum gibt. Anders gesagt: Keine zusätzlichen Ausstellungen, keine neueröffneten Kulturorte. Eine tiefgefrorene St.Galler Kulturlandschaft.
Andreas Kneubühler auf saiten.ch, Februar 2018
Die Projektbudgets sind gestiegen, auch die Qualität steigt, und da kann der Kanton nicht mithalten. Generell kann man sagen: Anlässe der freien Kulturszene finden trotz Spardruck statt, aber sie sind knapper finanziert – und die Frage ist, wie lange das noch so weitergeht.
Katrin Meier, Leiterin des Amts für Kultur des Kantons St.Gallen, zur Kulturplafonierung im Juniheft «Störung»
Eine Plafonierung der Ausgaben für die Kultur ist sinnlos, weil niemand die zukünftigen Bedürfnisse der Institutionen, der Kulturschaffenden und des Publikums voraussagen kann. Es zeugt von einer kurzsichtigen und mutlosen Politik, die nicht sehen kann, was hinter den Zahlen steckt.
Giovanni Carmine, Direktor der Kunsthalle St.Gallen, im Juniheft «Störung»
Warum rührt sich die Kunst- und Kulturszene nicht? «Ich staune manchmal auch», sagt SP-Kantonsrat Martin Sailer. Er vermute, dass viele den Entscheid zur Plafonierung der Kulturausgaben gar nicht mitbekommen hätten. Argumente, wieso sich Investitionen in die Kultur lohnen, gebe es genug, ist er überzeugt.
Andreas Kneubühler im Aprilheft «Brauchts uns noch?»
Ja zur Kultur in der Ostschweiz, bitte! Ja, weil in der Ostschweiz kein Platz ist für Kulturabbau und Sparwut. Ja, weil ein Ja die ganze Kulturszene stärkt. Ja, weil Kultur nicht ein paar wenige betrifft, sondern uns alle.
Abstimmungsempfehlung von Jakob, im Februarheft «Theater»
Für ein grosses Ja braucht es viele Neins.
Charles Pfahlbauer jr, im Märzheft «Im Wald»
Moderne Theaterquiche: Persönliche, politische, gewagte, sperrige, zeitgeistige, morbide, sexualisierte, abstrakte, subtile, dekorative, verwegene poetische und populistische Aspekte gegenseitig unterheben. So lange bei 220 Grad Umluft backen, bis sich eine stabilisierende Kruste bildet. Nach Belieben crossmedial glasieren.
Aus: Kubiks Kulturkuchenrezepte, im Dezemberheft «Kultur fördern»
Kulturförderung beginnt bei der Bildung. Und: Kulturförderung beginnt auch bei den Freiräumen.
Corinne Riedener im Dezemberheft «Kultur fördern»
In einer ganzen Reihe von Kultur-Institutionen haben gestandene Männer mit durchwegs imposanten Leistungsausweisen das Sagen – und dies seit Jahrzehnten. Dass es damit zu Machtballungen kommt, die problematisch sind namentlich für Kulturschaffende, die nicht auf der Linie der Direktoren sind, liegt auf der Hand.
Peter Surber im Dezemberheft «Kultur fördern»
Institutionen sind wichtig, denn was nützt es der Kulturszene, wenn sie im eigenen Saft schmort und keine Institutionen vorhanden sind, die den Fokus über die Region hinaus und international erweitern? Es braucht diesen Aussenblick und das ständige Hinterfragen des eigenen Tuns.
Kristin Schmidt, Co-Leiterin Kulturförderung, im Dezemberheft «Kultur fördern»
Ich wünsche und hoffe, dass Kulturthemen nicht gegeneinander ausgespielt werden sondern sich gegenseitig stützen. Man muss ja nicht alles toll finden, was andere machen, aber man kann es respektieren.
Barbara Affolter, Co-Leiterin Kulturförderung, im Dezemberheft «Kultur fördern»
Was könnte St.Gallen von Donaueschingen lernen? Vielleicht, dass man sich als Stadt mal zur Neuen Musik hinwenden könnte. Dass man Konzerte bündeln könnte zu einem Festival Neuer Musik, das so mit grösseren Mitteln ausgestattet wäre und sich über die Region hinaus öffnete. Dass man Klänge nicht nur als «schön» oder «hässlich» beurteilen würde, sondern als Erlebnis. Dass man das hervorragende St.Galler Sinfonieorchester mit neuen, wirklich neuen Werken konfrontieren und diese Konzerte mit den Bildenden Künsten, mit Architektur, Film und Literatur verbinden würde.
Charles Uzors Vorschlag zur Förderung der Neuen Musik, im Dezemberheft «Kultur fördern»
Mit der Präzisierung des «kulturellen Fussabdrucks» hat der Stadtrat entweder eine Praxisverschärfung vorgenommen, die den Kreis künftiger Preisträgerinnen und Preisträger einengt. Oder er hat eine Art «Lex Rau» erfunden. Sicher ist: Er desavouiert damit seine eigene Kulturkommission. Diese hat sich wiederholt für Milo Rau als ihren Favoriten stark gemacht.
Peter Surber im Mai auf saiten.ch
Kultur beugt Krisen vor.
Christoph Keller zur Kampagne Jakob (Ja zur Kultur in der Ostschweiz, bitte!) im Februarheft «Theater»
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.