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Gute Sätze 2018 (III): Kultur beugt Krisen vor

Schon wieder vergessen? Hier sind die besten oder jedenfalls manche guten Sätze aus dem Saiten-Jahrgang 2018. Teil III: Wo bleibt der Protest gegen die Kulturplafonierung?
Von  Redaktion Saiten

Früher ist man gerne auf Konfrontationskurs gegangen mit der sogenannt «etablierten» Kultur. Heute müssen alle zusammenstehen und Farbe bekennen.

Freddy Gagi Geiger, Openair-Gründer, im Februarheft «Theater»

 

Kulturplafonierung bedeutet, dass eine Erhöhung der Beiträge ausgeschlossen ist, auch wenn beispielsweise das Angebot erweitert werden könnte, weil es dafür mehr als genug Publikum gibt. Anders gesagt: Keine zusätzlichen Ausstellungen, keine neueröffneten Kulturorte. Eine tiefgefrorene St.Galler Kulturlandschaft.

Andreas Kneubühler auf saiten.ch, Februar 2018

 

Die Projektbudgets sind gestiegen, auch die Qualität steigt, und da kann der Kanton nicht mithalten. Generell kann man sagen: Anlässe der freien Kulturszene finden trotz Spardruck statt, aber sie sind knapper finanziert – und die Frage ist, wie lange das noch so weitergeht.

Katrin Meier, Leiterin des Amts für Kultur des Kantons St.Gallen, zur Kulturplafonierung im Juniheft «Störung»

 

Eine Plafonierung der Ausgaben für die Kultur ist sinnlos, weil niemand die zukünftigen Bedürfnisse der Institutionen, der Kulturschaffenden und des Publikums voraussagen kann. Es zeugt von einer kurzsichtigen und mutlosen Politik, die nicht sehen kann, was hinter den Zahlen steckt.

Giovanni Carmine, Direktor der Kunsthalle St.Gallen, im Juniheft «Störung»

 

Warum rührt sich die Kunst- und Kulturszene nicht? «Ich staune manchmal auch», sagt SP-Kantonsrat Martin Sailer. Er vermute, dass viele den Entscheid zur Plafonierung der Kulturausgaben gar nicht mitbekommen hätten. Argumente, wieso sich Investitionen in die Kultur lohnen, gebe es genug, ist er überzeugt.

 

Ja zur Kultur in der Ostschweiz, bitte! Ja, weil in der Ostschweiz kein Platz ist für Kulturabbau und Sparwut. Ja, weil ein Ja die ganze Kulturszene stärkt. Ja, weil Kultur nicht ein paar wenige betrifft, sondern uns alle.

Abstimmungsempfehlung von Jakob, im Februarheft «Theater»

 

Für ein grosses Ja braucht es viele Neins.

 

Moderne Theaterquiche: Persönliche, politische, gewagte, sperrige, zeitgeistige, morbide, sexualisierte, abstrakte, subtile, dekorative, verwegene poetische und populistische Aspekte gegenseitig unterheben. So lange bei 220 Grad Umluft backen, bis sich eine stabilisierende Kruste bildet. Nach Belieben crossmedial glasieren.

Aus: Kubiks Kulturkuchenrezepte, im Dezemberheft «Kultur fördern»

 

Kulturförderung beginnt bei der Bildung. Und: Kulturförderung beginnt auch bei den Freiräumen.

In einer ganzen Reihe von Kultur-Institutionen haben gestandene Männer mit durchwegs imposanten Leistungsausweisen das Sagen – und dies seit Jahrzehnten. Dass es damit zu Machtballungen kommt, die problematisch sind namentlich für Kulturschaffende, die nicht auf der Linie der Direktoren sind, liegt auf der Hand.

Institutionen sind wichtig, denn was nützt es der Kulturszene, wenn sie im eigenen Saft schmort und keine Institutionen vorhanden sind, die den Fokus über die Region hinaus und international erweitern? Es braucht diesen Aussenblick und das ständige Hinterfragen des eigenen Tuns.

Kristin Schmidt, Co-Leiterin Kulturförderung, im Dezemberheft «Kultur fördern»

 

Ich wünsche und hoffe, dass Kulturthemen nicht gegeneinander ausgespielt werden sondern sich gegenseitig stützen. Man muss ja nicht alles toll finden, was andere machen, aber man kann es respektieren.

Barbara Affolter, Co-Leiterin Kulturförderung, im Dezemberheft «Kultur fördern»

 

Was könnte St.Gallen von Donaueschingen lernen? Vielleicht, dass man sich als Stadt mal zur Neuen Musik hinwenden könnte. Dass man Konzerte bündeln könnte zu einem Festival Neuer Musik, das so mit grösseren Mitteln ausgestattet wäre und sich über die Region hinaus öffnete. Dass man Klänge nicht nur als «schön» oder «hässlich» beurteilen würde, sondern als Erlebnis. Dass man das hervorragende St.Galler Sinfonieorchester mit neuen, wirklich neuen Werken konfrontieren und diese Konzerte mit den Bildenden Künsten, mit Architektur, Film und Literatur verbinden würde.

Charles Uzors Vorschlag zur Förderung der Neuen Musik, im Dezemberheft «Kultur fördern»

 

Mit der Präzisierung des «kulturellen Fussabdrucks» hat der Stadtrat entweder eine Praxisverschärfung vorgenommen, die den Kreis künftiger Preisträgerinnen und Preisträger einengt. Oder er hat eine Art «Lex Rau» erfunden. Sicher ist: Er desavouiert damit seine eigene Kulturkommission. Diese hat sich wiederholt für Milo Rau als ihren Favoriten stark gemacht.

Peter Surber im Mai auf saiten.ch

 

Kultur beugt Krisen vor.

Christoph Keller zur Kampagne Jakob (Ja zur Kultur in der Ostschweiz, bitte!) im Februarheft «Theater»

«Die Wahr­neh­mung nicht be­die­nen, son­dern schär­fen»

Pa­trick Kess­ler er­hält den Aus­ser­rho­der Kul­tur­preis 2026. Der Kon­tra­bas­sist, Klang­künst­ler und Ku­ra­tor aus Gais reist mit al­ten Laut­spre­chern nach Wien und Ha­noi, tritt mit In­sek­ten in ei­nen mu­si­ka­li­schen Dia­log und fin­det sei­ne wich­tigs­ten Lek­tio­nen nicht un­be­dingt an Hoch­schu­len.

Von  Philipp Bürkler
Bassilikum 04

Mo­bi­li­täts­al­li­anz nimmt Fahrt auf

Die Mo­bi­li­täts­al­li­anz Ost­schweiz will Pend­ler:in­nen zum Um­stieg vom Au­to auf Bus, Bahn und Ve­lo be­we­gen. Bei den zehn be­tei­lig­ten Gross­un­ter­neh­men lässt be­reits je­de fünf­te Per­son das Au­to am Mor­gen ste­hen. Nun sol­len 500 wei­te­re Fir­men fol­gen. 

Von  Philipp Bürkler
Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

Tu­bes, Pipe­lines, Cords

Au­gus­tin Re­be­tez macht kei­ne hal­ben Sa­chen. Sei­ne Kunst ist aus­ufernd und dicht zu­gleich. Er ent­wi­ckelt an­spie­lungs­rei­che Bild­wel­ten – ak­tu­ell in der Kunst­hal­le Ar­bon.

Von  Kristin Schmidt
Augustin Rebetez key visual Kunsthalle Arbon Augustin Rebetez

Zu hoch für Ap­pen­zell

Der Kan­ton Ap­pen­zell In­ner­rho­den plan­te am Lands­ge­mein­de­platz in Ap­pen­zell ein neu­es Ge­bäu­de für die Ge­rich­te, die Bi­blio­thek und die kan­to­na­le Ver­wal­tung. Die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen für Na­tur- und Hei­mat­schutz und je­ne für Denk­mal­pfle­ge brach­ten das Pro­jekt je­doch zu Fall.

Von  René Hornung
Verwaltungsgebaeude appenzell pd

Offener Brief an die Bundespolitik

Wir wol­len Rech­te, kei­ne Al­mo­sen

Von  Christoph Keller

In­no­va­ti­on ge­hört zur DNA

Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

Von  Peter Surber
Hochdruck Crasch Polizei 04665

Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Un­ter­schied und Wir­kung

In der Aus­stel­lung «Die lei­sen Un­ter­schie­de» im Haus zur Glo­cke in Steck­born be­fas­sen sich fünf Künst­ler:in­nen mit der Wahr­neh­mung von Un­ter­schie­den. 

Von  Vera Zatti
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Kolumne: Heppelers Bestiarium

Cy­borg-Ka­ker­la­ken

Von  Jeremias Heppeler

Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

Von  Peter Surber
Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
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«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv