Die Seele braucht Zeit. Und das gilt für alle. Kein Mensch ist immun gegen eine psychische Erkrankung. Und niemand ist schuld.
Jacqueline B. über das Leben mit einer bipolaren Störung, im Juniheft «Störung»
Wir leben in einer Beschleunigungsgesellschaft, es dominiert eine Steigerungslogik. Dabei gibt es Dinge, die lassen sich einfach nicht beschleunigung, die persönliche Entwicklung zum Beispiel, sie hat eine Eigenzeitlichkeit.
Psychiaterin Ulrike Hasselmann im Juniheft «Störung»
Für unsere Jungen oder kommende Generationen wird der zunehmende Leistungsdruck unserer Gesellschaft ein Problem. Auf Dauer können auch junge Menschen diesem Druck nicht standhalten. Entschleunigung und die Folgen von Stress wie etwa Burnout sollten auch an Universitäten und anderen Schulen unterrichtet werden, wo künftige Wirtschaftskapitäne ausgebildet werden.
Michael Millius über sein Burnout, im Juniheft «Störung»
Manchmal fühlt sich ein Rollstuhl wie ein Käfig an, manchmal wie eine Festung.
Christoph Keller, Schriftsteller und Rollstuhlfahrer, im Oktoberheft «Von Hindernissen»
Die meisten nordamerikanischen indigenen Gemeinschaften haben kein Wort oder Konzept für «Behinderung». Der Grund dafür ist, dass ihre Gemeinschaften dadurch gediehen, dass sie ihre Leute mit dem identifizierten, worin sie gut waren. Jemand mit einer geistigen Beeinträchtigung ist gut im Wassertragen, sie, die taub ist, ist grossartig im Bauen von Hütten, er, der gelähmt ist, ist ein geborener Geschichtenerzähler. Solange das Verhältnis von Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht ist, bist du nicht «behindert». Dann taucht der Kapitalismus auf, mit ihm wird das Konzept der «Behinderung» angeschwemmt. Hier gilt: «Behinderung» ist das Unvermögen, Arbeit darzustellen. Kapitalismus bedeutet Körper über Geist und Seele, und wenn dieser Körper nicht in der Lage ist, Profit zu generieren, bist du draussen.
Christoph Keller, im Oktoberheft «Von Hindernissen»
«Achtung, Schnüffler! Das neue Sozialversicherungsgesetz ist ein beispielloser Angriff auf die Privatsphäre. Es erlaubt Überwachungen, die weitergehen als bei Straftätern. Damit haben die Versicherungen mehr Befugnisse als die Polizei. Betroffen sind Personen, die in der Schweiz bei AHV, Krankenkassen, IV, Unfallversicherungen und der Arbeitslosenversicherung versichert sind. Also alle.»
Das Komitee gegen den Schnüffelstaat vor der Abstimmung über die Sozialdetektive, im Juniheft «Störung». Das Gesetz wurde angenommen.
Sicherheit gibt es nicht durch Aufrüstung, sondern durch Austausch.
Aus dem Palace-Newsletter, im Juniheft «Störung»
«Ich will einfach nur mal an diesem scheiss See hocken. Ich will, dass mir alles mal für ne Weile egal sein kann. Ich bin so müde.»
Passage aus dem Stück Der Mann der die Welt ass, im Juniheft «Störung»
Glücklich sind immer die anderen.
Aus den Maximen zum Stück Das glückselige Leben, im Dezemberheft «Kultur fördern»
Die Schwangerschaft wird immer mehr zum Artefakt, es ist nicht mehr rein von der Natur und dem Schicksal gesteuert, ob und wie ein Kind zur Welt kommt.
Helena, Hebamme, im Novemberheft «Auf dem Bau»
Ich hoffe sehr, die Gesellschaft gelangt irgendwann zur Einstellung, dass es nicht lästig, sondern schön ist, Räume ohne Barrieren zu schaffen, denn dann kommen auch Menschen mit Behinderung an diese Orte.
Cem Kirmizitoprak, Rollstuhlfahrer, im Oktoberheft «Von Hindernissen»
Wir können nicht verlangen, dass die Welt der Nicht-Behinderten jene der Behinderten automatisch versteht. Deshalb müssen wir uns mitteilen und einbringen.
Nils Jent, HSG-Professor, im Oktoberheft «Von Hindernissen»
«Im Leben geht es darum, sich die Knie aufzuschürfen. Fallen und wieder aufstehen. Das ist Resilienz.»
Jessica Alexander im Beitrag von Claudio Bucher, im Märzheft «Im Wald»
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht