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Willkommen im feministischen Salon

Im Salon Vert im St.Galler Frauenpavillon dreht sich alles um die Frauen in der Musikindustrie. Und ums Machen und Experimentieren. Samt einem (erotik)filmischen Intermezzo.
Von  Corinne Riedener , 
Claude Bühler (links) und Jessica Jurassica im Frauenpavillon. (Bild: Daif)

DJ, Booker, Promoter, Producer. Die meisten denken dabei automatisch an Männer. Kein Wunder, denn die Frauen im Musikbusiness sind immer noch massiv untervertreten – sowohl auf als auch neben den Bühnen. Und in der Ostschweiz besonders, wie Claude Bühler sagt. Die St.Galler Musikerin, Kuratorin und Fotografin will das ändern und hat darum 2019 den Salon Vert erfunden, eine niederschwellige Artist in Residency-Plattform für den musikalischen Dialog über zeitgenössischen Feminismus und popkulturelle Phänomene.

Einen festen Ort hat der Salon Vert – benannt nach dem grünen Teppich in Claude Bühlers Atelier in Teufen – nicht, derzeit befindet er sich im Frauenpavillon im St.Galler Stadtpark. Noch bis 16. August treffen sich dort Musikerinnen, Künstlerinnen, Soundtüftlerinnen und Kulturtäterinnen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und Neues auszuprobieren. Und auch ein bisschen, weil der Ort so gut ist.

St.Gallen hinkt hinterher

«Den Frauen in der Musikindustrie werden einfach zu viele Steine in den Weg gelegt», sagt Claude Bühler, als wir sie am Dienstag im Frauenpavillon besuchen. «Es werden ihnen permanent Kompetenzen abgesprochen, es wird ihnen oft zu wenig zugetraut. Das sind Totschlagargumente und strukturelle Probleme, die gelöst werden müssen – und St.Gallen hinkt diesbezüglich ziemlich hinterher. Es reicht nicht, wenn man regelmässig krasse Musikerinnen aus aller Welt einfliegen lässt, aber dabei die lokalen Künstlerinnen vergisst.»

Die Clubs und die Branche seien in der Verantwortung, klar, aber eine Schuldzuweisung soll das nicht sein, sagt Claude Bühler, die nebenbei auch im Palace arbeitet. Das Problem beginne nämlich früher. Vielen Mädchen und jungen Frauen fehle beispielsweise der technische Zugang, angefangen bei der E-Gitarre bis hin zum Synthesizer oder dem Mischpult. Auch hätten die wenigsten einen Bandraum oder ähnliches, was bei vielen Jungs im Teenageralter völlig normal sei. «So müssen wir uns nicht wundern, wenn vielen Frauen das musikalische Selbstvertrauen fehlt oder sie sich nicht trauen, mal an einigen Geräten herumzuspielen.»

Salon Vert: bis 16. August, Frauenpavillon, Stadtpark St.Gallen

salon-vert.ch
claudiabuehler.ch

Im Salon soll genau das möglich sein: austesten, einstöpseln, rückkoppeln, recorden, experimentieren, nachfragen, weiterbasteln. «Wir wollen vor allem Interesse wecken», sagt Claude Bühler, die als La Luna jeden dritten Dienstag im Monat queerfeministischen Rap auf Kanal K auflegt und auch DJ-Workshops leitet. Vorkenntnisse brauche es nicht, Ansprüche gebe es auch keine – abgesehen von der klar feministischen und antirassistischen Haltung. «Aber keine Angst, wir sind kein theoretischer Lesezirkel, sondern ein Experimentierfeld», erklärt sie lachend. «Unser Fokus liegt voll auf dem Machen.»

Boyband-Vergangenheiten und Drogen-Gegenwarten

Eröffnet wurde der aktuelle Salon Vert am 13. Juli mit einer Noise- und Spokenword-Performance von Claude Bühler und Jessica Jurassica, nachzuhören hier. Drei Tage haben die beiden im Frauenpavillon daran gefeilt. Entstanden ist ein hörenswerter Trip durch allerhand Boyband-Vergangenheiten und Drogen-Gegenwarten. Und ja, solange immer noch die unsägliche Rede von Frauenbands ist, darf mensch getrost mit dem Wort «Boyband» hantieren.

Seither hat sich einiges getan im grünen Salon, der auch ein Netzwerk sein will: Juliette Rosset von Zayk war mit ihrer E-Gitarre zu Gast, Rapper Leni Thilagarajah hat ein paar Lines gedroppt (ja, auch solidarische Männer sind herzlich willkommen), Anuk Schmelcher hat Sound Art präsentiert und das Kollektiv b_east noise hat mehrmals im Frauenpavillon die Köpfe zusammengestreckt.

Morgen Donnerstag gibt es ein erotisch-filmisches Intermezzo, eine «Notte del Film Feminista» mit anschliessender Gesprächsrunde, organisiert von der St.Galler Filmemacherin Morena Barra. Um 19 Uhr zeigt sie den Film Super Femmes von Erika Lust, danach folgt Lunàdigas von Marlisa Piga und Nicoletta Nesler. Als Lunàdigas werden in Sardinien Schafe bezeichnet, die keine Jungen bekommen. Der provokante Streifen gewann 2017 den Preis des besten Dokumentarfilms am Porn Film Festival Berlin und geht der Frage nach, wie es sich in einer konservativ-katholischen Gesellschaft anfühlt, wenn frau kinderlos lebt und somit nicht dem gebärmütterlichen Ideal entspricht.

Geschlossen wird der Salon Vert am 16. August wieder mit einer Performance von Claude Bühler und Jessica Jurassica. Davor sind unter anderem nochmal Juliette Rosset, Hilke Ros, Sam Assir, Christoph Küng sowie Riccarda Naef und Simona Bischof im Pavillon am Werken. Am Schluss soll ein Mixtape mit allen Beteiligten entstehen.

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

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Von Angela Kuratli,
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Klimaseniorinnen besuchen Bern

Hit­ze und Dür­re im Bun­des­haus

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Gruppenfoto

Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

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Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

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Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

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Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

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Theblacksalt1

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Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

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Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

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Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

Von Vera Zatti,
Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

Von Reto Voneschen,
2026 Stadtrat Collage farbig